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Zentralschweizer Wintersportler setzen vermehrt auf Alternativen am Berg

Die Bilanz der Zentralschweizer Skigebiete reicht von mittelgut bis rekordverdächtig. Die Bahnbetreiber haben heuer zudem eine neue Tendenz bei den Besuchern ausgemacht. Schneeschuhlaufen und Langlaufen sind im Trend.
Matthias Stadler
Aktivitäten wie Schneeschuhlaufen – hier am Titlis – werden immer beliebter. (Archivbild: Roger Grütter)

Aktivitäten wie Schneeschuhlaufen – hier am Titlis – werden immer beliebter. (Archivbild: Roger Grütter)

Die Temperaturen steigen an, der Winter scheint sich zu verabschieden. Und dies pünktlich auf den heutigen astronomischen Frühlingsbeginn. Zeit also für eine Bilanz der Skigebiete in unserer Region.

Im Skigebiet Marbachegg spricht Stefan Wittwer von einer Wintersaison, die «mittelgut bis gut» gewesen sei. «Hätte es noch zwei, drei schöne Wochenenden mehr gegeben, fiele die Bilanz noch besser aus», sagt der Betriebsleiter. Aber die Zahlen des vergangenen Jahres seien erreicht, man sei zufrieden. Das Familiengebiet im Entlebuch hatte gestern seinen letzten Skitag der Saison. «Immer, wenn bei der Talstation die ersten Rennvelofahrer vorbeifahren, ist für uns Zeit zu schliessen», sagt Stefan Wittwer.

Ebenfalls zufrieden ist man im Nachbargebiet Sörenberg. «Der Dezember hat das Resultat etwas getrübt, aber der Januar und Februar waren grossartig. Auch der März sieht gut aus», erklärt René Koller, Direktor der Bergbahnen. Er spricht gar vom besten Februar seit 1998. «Das lag am sehr guten Wetter und den grandiosen Pistenverhältnissen.» Die Saison 2018/19 liege über dem Fünfjahresvergleich und auch über der Vorjahres­saison. Und noch ist sie nicht zu Ende: Das Dorfgebiet ist bis Ende März offen, das Rothorn bis am 7. April. Zudem findet Ende März der GP-Migros-Final statt. «Die Verhältnisse sind nach wie vor top», sagt René Koller.

Februar zog die Skisportler in Massen an

Auf Melchsee-Frutt sprechen die Verantwortlichen von einem «sehr guten Winter», wie Daniel Dommann, Geschäftsführer der Sportbahnen Melchsee-Frutt, sagt. «Wir verfallen zwar nicht in Euphorie, aber wir sind absolut zufrieden. Die Saison war etwas über dem Durchschnitt.» Und auch auf der Frutt hat der Februar herausgestochen. «Wir hatten noch nie einen solch guten Monat.» Der 16. Februar war der stärkste Tag, 8250 Besucher wurden registriert (siehe Tabelle). Wie am Brienzer Rothorn fahren auf der Frutt die Bahnen noch bis am 7. April.

Anzahl Wintersportler in ausgewählten Zentralschweizer Skigebieten

Spitzentag Saison 2018/19
Engelberg-Titlis 10 212 470 000
Andermatt-Sedrun 11 500 400 000
Sörenberg 8000 300 000
Melchsee-Frutt 8250 278 000
Klewenalp 7000 160 000
Marbachegg 1856 32 000

Daniel Dommann hat diesen Winter eine neue Tendenz festgestellt: So gebe es vermehrt Besucher, die Alternativen zum Ski- und Snowboardfahren suchten. «Das Schneeschuhlaufen hat massiv zugenommen», sagt er. Auch langlaufen und schlitteln würden immer beliebter. «Das hat damit zu tun, dass immer weniger Kinder Ski fahren lernen. Aber trotzdem wollen die Leute in die Berge, also sucht man nach Alternativen.» Ausserdem brauchten Skifahrer immer eine Ausrüstung, welche schnell ins Geld gehen kann. Heute werde die Ausrüstung öfter gemietet als gekauft.

Diese Tendenz hat auch Roger Joss, Geschäftsführer der Bergbahnen Klewenalp-Stockhütte, festgestellt: «Wir haben 20 Prozent mehr Fussgänger, Schneeschuhläufer und Schlittler als im Jahr zuvor. Jeder fünfte Besucher bei uns ist Fussgänger oder Schneeschuhläufer.» Er führt dies darauf zurück, dass es immer weniger Skifahrer gebe, viele Leute aber trotzdem in die Berge wollen.

Zur Bilanz sagt Roger Joss, dass man auf der Klewenalp «genau auf dem Vorjahresstand» sei. Zudem liege man sechs Prozent über dem Fünfjahresschnitt. «Es ist soweit eine gute Saison.» Und auch hier dauert sie noch länger. Bis am 31. März sind die Pisten noch offen, wobei es auch Saison­endaktionen gibt.

Saison dauert in Engelberg und Andermatt bis im Mai

Auf dem Titlis waren diese Saison ebenfalls überdurchschnittlich viele Wintersportler unterwegs. «Wir liegen sechs Prozent über dem Fünfjahresschnitt», erklärt Peter Reinle, Leiter Marketing der Titlis-Bergbahnen. Auch das Vorjahr sei bis jetzt über­troffen worden, zwei Prozent ­dar­über liege man. Der Spitzentag sei der 29. Dezember mit 10212 Gästen gewesen.

Die Saison dauert in Engelberg aufgrund der hohen Lage naturgemäss länger als in anderen Skigebieten. Bis am 26. Mai kann am Titlis noch Ski und Snowboard gefahren werden. «Wir sind sehr zufrieden und auch für den Rest der Saison sehr optimistisch», führt Peter Reinle aus.

In Andermatt spricht Stefan Kern, Leiter Kommunikation der Skiarena, von einer «ausserordentlich starken Saison. Wir haben 32 Prozent mehr Ersteintritte als im Vorjahr.» Dieser starke Anstieg sei auf mehrere Faktoren zurückzuführen. Einerseits auf die neue Skigebietsverbindung von Andermatt nach Se­drun, die zum ersten Mal die ganze Saison offen ist. Andererseits auf die «sehr guten» Schneeverhältnisse und Wetterbedingungen. Eine andere Zahl veranschaulicht den Zuwachs: «Die Restaurants in unserem Skigebiet haben ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahr praktisch verdoppelt», erklärt Kern. Die besten Tage seien der 1. und 3. Januar sowie der 6. Februar gewesen. 11500 Besucher seien jeweils auf den Pisten in Andermatt und Sedrun gewesen: «Das sind Zahlen, die wir vorher noch nie erreicht haben.»

In der Skiarena ist ähnlich wie in Engelberg noch lange nicht Saisonende. Bis am 1. April sind die Anlagen im Urserntal und in der Surselva geöffnet. Bis und mit Ostermontag sind Teilgebiete offen, am Gemsstock kann bis am 19. Mai auf den Brettern gestanden werden (ab 3. Mai jeweils freitags, samstags und sonntags).

Neue Standseilbahn führt zu «Traumjahr»

Ein «Traumjahr» hat momentan auch der Stoos. «Wir werden Ende April ein hervorragendes Geschäftsjahr abschliessen», erklärt Ivan Steiner, Marketingleiter der Stoosbahnen AG. Die neue Standseilbahn und das gute Wetter im Sommer wie im Winter hätten dazu geführt. Im Winter sei vor allem der Februar aussergewöhnlich gut gewesen. «Tolle Schneeverhältnisse und ein lang anhaltendes Hochdruckgebiet» seien dafür verantwortlich gewesen. Bis am 31. kann am Fronalpstock noch gefahren werden, am Klingenstock noch bis am 7. April.

Es mag also ab heute zwar offiziell Frühling sein, für ein paar letzte Schwünge im Schnee gibt es in der Zentralschweiz aber noch mehr als genügend Möglichkeiten.

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