Supersturm
50 Millionen Einwohner zittern vor «Sandy»

Die Ostküste befindet sich im Alarmzustand. Wegen des herannahenden Hurrikans «Sandy» werden zwei wichtige Tunnel in New York City geschlossen: der Holland Tunnel und der Brooklyn-Battery-Tunnel. Der Sturm lähmt das öffentliche Leben.

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New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
22 Bilder
Einem Haus in New York wurde die ganze Fassade weggerissen
Die Stadt wird überflutet
Die Wassermassen fluten die Stadt
Hier flutet das Wasser einen Tunnel in Brooklyn
Notbetten für die evakuierten Personen
Autos stehen unter Wasser
Stadtteile sind überschwemmt
Wasser flutet eine den Ground Zero.
Autos stehen unter Wasser
Wellen bei Cape May, NY
Superstorm «Sandy» in Chambersburg, Pennsylvania
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
Superstorm Sandy schlägt erste Wellen Seaside Park in Bridgeport, Connecticut
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor
New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor

New York bereitet sich auf den Wirbelsturm «Sandy» vor

Keystone

Voller Sorge haben Millionen Menschen an der amerikanischen Ostküste auf den Hurrikan "Sandy" gewartet, der in der Nacht zum Dienstag (Ortszeit) mit meterhohen Flutwellen über die dicht besiedelte Region hereinbrechen sollte. In New York kam das öffentliche Leben am Montag zum Stillstand.

Auch die Börse und der UNO-Hauptsitz in Manhattan blieben geschlossen. In zehn Bundesstaaten und in der Hauptstadt Washington D.C. wurde der Notstand ausgerufen. In Washington konnten die Regierungsmitarbeiter zuhause bleiben. Für zwei Millionen Kinder in sieben Bundesstaaten fiel der Unterricht aus.

Das Zentrum von Washington glich am Montagmorgen einer Geisterstadt. Die Behörden riefen alle Bewohner auf, ihre Häuser ab 14 Uhr möglichst nicht mehr zu verlassen.

Hamsterkäufe

Nach Einschätzung des Hurrikanzentrums in Florida sollte das Auge des Sturms am Montagabend oder in der Nacht auf Dienstag im südlichen New Jersey, etwa 100 Kilometer südlich von New York City, die Küste erreichen.

Wetterexperten befürchten, dass der Hurrikan im Nordosten der USA auf einen Wintersturm stossen könnte. Diese Kombination könnte zum schwersten Unwetter seit August 1991 führen. Damals kamen bei Hurrikan "Bob" an der Ostküste vier Menschen ums Leben. Das Unwetter hatte von South Carolina im Süden bis Maine im Norden hohe Schäden verursacht.
Hamsterkäufe

Schon seit dem Wochenende hatte sich die Bevölkerung mit Hamsterkäufen auf den Sturm vorbereitet, der in Anspielung auf Frankensteins Monster den Beinamen "Frankenstorm" bekam.

Die Menschen in den betroffenen Bundesstaaten deckten sich mit Vorräten ein. Knapp wurden Wasserflaschen, Lebensmittel in Dosen, Taschenlampen und Batterien.

In New York, Washington und Philadelphia wurden die öffentlichen Verkehrsnetze stillgelegt. Schulen, Unis, Büros, Läden, Lokale oder auch Theater blieben bis auf Weiteres geschlossen

Rund 9000 Flüge annulliert

Die Fluggesellschaften strichen knapp 9000 Flüge, auch zahlreiche Transatlantikverbindungen waren betroffen. In der Schweiz annullierten die Flughäfen Zürich und Genf alle ihre Flüge an die amerikanische Ostküste - von Zürich aus betraf dies acht, von Genf aus zwei Flüge.

Mehr als 1100 Kilometer lang ist der US-Küstenstreifen von Maine bis nach South Carolina, der die Auswirkungen von "Sandy" spüren könnte. Im Gefahrengebiet im Nordosten der USA wohnen etwa 50 Millionen Menschen. Der Hurrikan hatte in den vergangenen Tagen in der Karibik bereits 66 Menschen in den Tod gerissen.
Starkregen, Überschwemmungen, Schnee

Neben Starkregen und Überschwemmungen warnten Meteorologen auch vor massiven Schneefällen in höheren Lagen. "Sandy" dürfte demnach bis nach Ohio - also weit ins US-Landesinnere hinein - für Verwüstungen sorgen und zerstörerischer sein als der Hurrikan "Irene", bei dem vergangenes Jahr 47 Menschen starben.

Allein die Sturmschäden könnten sich nach Ansicht von Fachleuten dieses Mal auf mehr als drei Milliarden Dollar belaufen.

US-Präsident Barack Obama sagte wegen "Sandy" mehrere Wahlkampftermine ab. Er kehrte ins Weisse Haus zurück, um die Vorbereitungen auf den Hurrikan zu beaufsichtigen. Obamas Vorgänger George W. Bush hatte seine späte Reaktion auf den Hurrikan "Katrina" 2005 über New Orleans schwer geschadet.