Paris
«Aber Blumen bewirken doch nichts»: Vater-Sohn-Gespräch geht um die Welt

Nach den Anschlägen in Paris fragt ein Reporter des «Petit Journal» einen kleinen Jungen, ob er verstanden habe, was hier passiert sei. Es entwickelt sich ein berührendes Gespräch zwischen Vater und Sohn – über Waffen, Blumen und böse Männer.

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Vater und Sohn am Ort der Anschläge.

Vater und Sohn am Ort der Anschläge.

Youtube/Canal+/Le Petit Journal

«Verstehst du, was hier passiert ist?», fragt der Journalist. Der kleine Junge sitzt auf dem Schoss seines Vaters, mitten unter den Trauernden bei der Konzerthalle «Bataclan» in Paris. Hier sind am Freitagabend 80 Menschen bei einem Attentat von IS-Terroristen ums Leben gekommen.

Der Bub hat sehr wohl verstanden: «Ja, das sind sehr, sehr böse Männer. Wir müssen jetzt vorsichtig sein.»

Der Junge meint, die Familie müsse jetzt umziehen. Sein Vater beruhigt ihn: «Keine Sorge, wir müssen nicht umziehen.» Doch der Junge beharrt: «Sie haben Pistolen, sie können uns erschiessen, sie sind sehr böse, Papa.»

«Sie haben Pistolen, wir haben Blumen»

Darauf reagiert der Vater auf berührende Weise. Er sagt: «Gut, sie haben Pistolen, aber wir haben Blumen.»

Der Junge schaut sich um. Er zweifelt noch: «Aber die Blumen, die bewirken doch nichts ...» – «Schau mal, alle legen Blumen nieder», sagt der Vater. «Damit kämpfen wir gegen die Pistolen.»

«Beschützen uns die Blumen?», fragt der Bub dann. «Ja», sagt der Vater. «Und die Kerzen auch?» Der Junge lächelt.

«Jetzt geht es mir besser»

«Geht es dir jetzt besser?», fragt der Reporter, der die ganze Zeit über nur zugehört hat. «Ja, jetzt geht es mir besser», sagt der Junge.

So scheint es vielen anderen Menschen auch zu gehen. Seit der Beitrag auf Canal+ ausgestrahlt worden ist, geht das berührende Gespräch zwischen Vater und Sohn um die Welt. Tausende haben es gesehen und weiterverbreitet. (smo)