Alec Baldwin
Tragödie am Filmset: Fünf Fakten zur versehentlichen Tötung einer Kamerafrau

Wie es dazu kommen konnte, dass Hollywood-Schauspieler Alec Baldwin versehentlich die Kamerafrau Halyna Hutchins erschoss, bleibt vorerst ungeklärt. Hier die neusten Entwicklungen.

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Mit einer Kerzennachtwache wird im US-Bundesstaat New Mexiko der getöteten Kamerafrau Halyna Hutchins gedacht.

Mit einer Kerzennachtwache wird im US-Bundesstaat New Mexiko der getöteten Kamerafrau Halyna Hutchins gedacht.

Andres Leighton / AP

1. Die «Verdächtigen»

Die Waffenmeisterin und der Regieassistent des Filmdrehs in New Mexico sind in den Fokus der Ermittlungen gerückt. Die 24-jährige Waffenmeisterin Hannah Gutierrez-Reed war während des “Rust”-Drehs für die Unglückswaffe verantwortlich, Regieassistent Dave Halls soll dem Schauspieler die Waffe übergeben haben, wie US-Medien am Wochenende berichteten.

2. Zwei Opfer bei einem Schuss

Laut CNN wurde die 42-jährige Chef-Kamerafrau Hutchins in die Brust getroffen und erlitt tödliche Verletzungen, der hinter ihr stehende Regisseur Joel Souza (48) wurde in der Schulter getroffen und ins Krankenhaus gebracht. Souza hat am Samstag erstmals in einem Statement auf den Tod der Kamerafrau des Films reagiert. «Ich bin tieftraurig über den Tod meiner Freundin und Kollegin Halyna», sagte er.

US-Filmstar Alec Baldwin nach einer Befragung durch die Polizei in Santa Fe, New Mexico.

US-Filmstar Alec Baldwin nach einer Befragung durch die Polizei in Santa Fe, New Mexico.

Jim Weber / AP

3. Die Frage der Munition

Unklar war weiter, um welche Art Munition oder welche Fehlfunktion der Requisite es sich bei dem tödlichen Schuss handelte. Die Gewerkschaft IATSE schrieb nach Angaben der «Los Angeles Times» in einer Mail, dass die Waffe mit einer einzigen Patrone bestückt gewesen sei, einer «single live round». Dieser Begriff kann sowohl eine scharfe als auch eine Platzpatrone beschreiben. Scharfe Munition wäre am Set verboten. Strafrechtliche Vorwürfe wurden nach Polizeiangaben bisher nicht erhoben.

4. Alec Baldwins Kooperation

«Es gibt keine Worte, um den Schock und die Trauer auszudrücken angesichts des tragischen Unfalls, der das Leben von Halyna Hutchins beendet hat», schrieb Baldwin auf Twitter. «Ich kooperiere vollkommen mit der polizeilichen Untersuchung, um herauszufinden, wie diese Tragödie geschehen konnte», hatte der Hollywood- und TV-Star hinzugefügt. «Und ich stehe in Kontakt mit ihrem Ehemann, um ihm und seiner Familie meine Unterstützung anzubieten.» Baldwin ist in den USA seit längerem politisch engagiert im Kampf gegen Waffengewalt.

5. Vorwürfe gegen Produktionsfirma

Nach einem Bericht der «Los Angeles Times» haben sich Mitarbeiter am Set über mangelnde Sicherheitsvorkehrungen beschwert. Mehrere Mitglieder der Kamera-Crew hätten Stunden vor dem tödlichen Vorfall aus Protest gegen die Arbeitsbedingungen den Drehort verlassen. Die in Hollywood üblichen Sicherheitsprotokolle seien nicht strikt befolgt worden und auch versehentlich ausgelöste Schüsse habe es bereits gegeben, hiess es. Die Dreharbeiten zu dem Low-Budget-Western, bei dem Baldwin auch als Produzent mitwirkte, hatten Anfang Oktober auf der Bonanza Creek Ranch begonnen. Die Produktionsfirma Rust Movie Productions wies die Vorwürfe zurück. (watson/dpa/chm)

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