Vollversammlung
Alles neu in der UNO

Dieses Jahr kandidieren erstmals nicht nur Männer für das UNO-Generalsekretariat. Erstmals wurden auch die UNO-Mitgliedstaaten aufgefordert, Kandidaten zu nominieren.

Dagmar Heuberger
Dagmar Heuberger
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Saal der UNO-Vollversammlung (Archiv)

Saal der UNO-Vollversammlung (Archiv)

Keystone

Als «unmöglichsten Job auf Erden» umschrieb der erste UNO-Generalsekretär, der Norweger Trygve Lie, vor bald 70 Jahren sein Amt. Seither ist der Job noch unmöglicher geworden: Die Konflikte sind viel komplexer, die Probleme global.

Entsprechend hoch sind die Anforderungen an den UNO-Chef. Man sollte folglich meinen, dass ein Anwärter auf den Job bestimmte Qualifikationen mitbringen muss: geschickter Diplomat und Krisenmanager, sprachgewandt, erfahren in der Personalführung. Und dass er auf Herz und Nieren geprüft wird. Davon konnte freilich bislang keine Rede sein.

Die Wahl des UNO-Generalsekretärs wurde stets hinter verschlossenen Türen ausgekungelt: Der Sicherheitsrat verständigte sich auf einen Kandidaten, die Generalversammlung nickte ihn ab. Allzu profilierte Bewerber hatten keine Chance, weil sie am Veto der fünf ständigen Mitglieder des Sicherheitsrates zu scheitern drohten.

Das dürfte nicht anders sein, wenn es um die Nachfolge von Ban Ki Moon geht. Dennoch gibt es wichtige Neuerungen. Erstmals wurden die UNO-Mitgliedstaaten aufgefordert, Kandidaten zu nominieren. Und erstmals stellen sich acht Bewerber einem öffentlichen Hearing. Zwar wird der endgültige Auswahlprozess im Sicherheitsrat dann wieder geheim sein, ebenso die Wahl in der Generalversammlung.

Dennoch bedeutet das neue Verfahren einen Schritt hin zu mehr Transparenz, mithin zu grösserer Legitimation für den UNO-Chef. Sollte dann auch noch eine Frau gewählt werden, kann man geradezu von einer Revolution in der UNO sprechen.

dagmar.heuberger@azmedien.ch