Bericht der «New York Times»
«Alles, was er anfasst, wird zu Gold»: Weisses Haus kontert die Steuervorwürfe gegen Trump

US-Präsident Donald Trump soll einem Bericht der «New York Times» zufolge seinen Eltern beim Vermeiden von Steuern geholfen haben. Das Weisse Haus weist die Vorwürfe zurück.

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Donald Trump

Donald Trump

Keystone

Die New Yorker Steuerbehörden haben Untersuchungen gegen US-Präsident Donald Trump eingeleitet, nachdem die «New York Times» über Steuertricks und Steuerhinterziehungen berichtete.

  • Demnach sollen Trump und seine Familie ihr Immobilienimperium zum Teil durch Steuerbetrug in Höhe von Hunderten Millionen Dollar aufgebaut haben.
  • Der Bericht erschüttert auch den von Trump gepflegten Mythos eines Selfmade-Milliardärs, der alles aus eigener Kraft geschafft hat.
  • Das Weisse Haus wies den Bericht nun zurück.

Gefordert war am Mittwoch insbesondere Sarah Huckabee Sanders, Trumps Sprecherin. Gegenüber Journalisten musste sie ihren Chef vor allem dafür verteidigen, dass dieser die Anklägerin Blasey Ford im Fall Kavanaugh Stunden zuvor verhöhnte.

Sarah Huckabee Sanders holte bei der Verteidigung kurzerhand zum Gegenschlag aus: «Jedes Wort, das Kavanaugh bislang gesagt hat, wurde auseinander genommen. Aber wenn jemand mal etwas über die Anschuldigungen gegen ihn sagt, geht er gleich zu weit und ist abscheulich.»

Doch es gibt – wie bereits erwähnt – noch ein anderes Thema, das dem Präsidenten derzeit ziemlich viel Gegenwind ins Gesicht bläst und Sanders einige Zeit kostet: die Enthüllungen der «New York Times». Trump zeigte sich über seinen Kommunikationskanal Twitter verärgert.

Die «New York Times» versuche einen «alten, langweiligen und oft erzählten Treffer zu landen. Zusammengefasst bedeutet das, dass 97 Prozent ihrer Geschichten über mich schlecht sind», schrieb der US-Präsident.

Sarah Sanders stiess wenige Stunden später ins selbe Horn: «Es ist ein absolut falscher Angriff, basierend auf einer alten, recycelten Geschichte», sagte sie. «Es gab keinen Betrug und keine Steuervermeidung», so Sanders weiter. Das einzig Wahre an der Geschichte sei, dass Trumps Vater seinem Sohn sehr vertraute. Trump habe viele gemeinsame Geschäfte in die Wege geleitet. Laut Sanders hat Trumps Vater über seinen Sohn gesagt: «Alles, was er anfasst, wird zu Gold.»

Trotzdem ist der Wind für Trump eisiger geworden. Die New Yorker Steuerbehörde beschäftigt sich bereits mit dem Fall. Sie hat angekündigt, alle Vorwürfe zu überprüfen. Und es könnte noch frostiger werden: Sollten die Demokraten am 6. November bei den Midterms die Mehrheit im Repräsentantenhaus gewinnen, könnten sie von der US-Steuerverwaltung Internal Revenue Service (IRS) sämtliche Steuererklärungen des Präsidenten anfordern – und womöglich sogar veröffentlichen. (meg)