Minenunglück in Chile
Am Mittwoch kommen sie durch dieses Loch raus

15 Minuten wird die Fahrt dauern. Spezialnahrung und warme Kleider sollen die Rettung für die Kumpels angenehmer machen. Jeder wird eine Sauerstoffmaske tragen und während der Retungsfahrt kommunizieren können. Die ganze Aktion wird zwei Tage dauern.

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Chile: Die letzten Vorbereitungen zur Rettung der Eingeschlossenen
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Chile: Rettungsaktion läuft auf Hochtouren Die Stabilisierungsrohre werden eingelassen
Chile: Rettungsaktion läuft auf Hochtouren Die Vorbereitungen fürs Fest laufen
Chile: Rettungsaktion läuft auf Hochtouren Chefpolizist Patricio Sepulveda
Chile: Rettungsaktion läuft auf Hochtouren Rettungsrohr
Chile: Rettungsaktion läuft auf Hochtouren Das Minen-Gelände
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Chile: Rettungsaktion läuft auf Hochtouren Durch dieses Rohr müssen sie durch
Chile: Rettungsaktion läuft auf Hochtouren Mit Unterstützung der Kirche

Chile: Die letzten Vorbereitungen zur Rettung der Eingeschlossenen

Die letzten Vorbereitungen für die Rettung der 33 verschütteten Kumpel in Chile sind in vollem Gange. In der Nacht machten an der Mine in der Atacama-Wüste auch Hubschrauber Übungsflüge für den Tag der Bergung.

Voraussichtlich ab Mittwoch sollen die Männer durch den Rettungsschacht in einer Stahlkapsel an die Oberfläche gezogen werden.
Für die Bergung müssen die Eingeschlossenen Kompressionsstrümpfe und einen Spezialgürtel anziehen. In den letzten sechs Stunden vor dem Aufstieg bekommen sie offenbar Weltraum-Nahrung, nämlich sehr ein kalorienreiches Getränk.

Diese Flüssignahrung soll Übelkeit während der Fahrt mit der Rettungskapsel vorbeugen. Die Rettungsfahrt wird alles andere als angenehm. Die Retter gehen davon aus, dass sich die Kapsel auf ihrem Weg an die Oberfläche insbesondere in Kurven zehn bis zwölf Mal um die eigene Achse dreht.

Angst vor Panikattacken

Die grösste Sorge der Behörden sei es, dass es zu Panikattacken komme, sagte Gesundheitsminister Jaime Manalich. Um die Bergleute während der Fahrt beobachten zu können, wird die Kapsel mit einer Kamera bestückt.

Ausserdem wird jeder eine Sauerstoffmaske tragen und die Möglichkeit zur Kommunikation haben. Aufgrund der extremen Temperaturunterschiede werden die Bergleute zudem Pullover tragen.

Sobald sie oben sind, werden sie jeweils zu viert in ein Krankenhaus in der Stadt Copiapó geflogen. Zuvor dürfen sie sich allerdings kurz mit den Angehörigen treffen.

Heute Montag soll der Rettungsschacht mit langen Stahlröhren fertig stabilisiert werden. Bis am Abend, so Gesundheitsminister Mañalich, sollen an der Oberfläche alle Vorbereitungsarbeiten abgeschlossen sein.

Aktion wird zwei Tage dauern

Da es jeweils eine Stunde dauern wird, einen Verschütteten aus der Tiefe hochzuziehen und die Kapsel dann wieder herabzulassen, wird die ganze Aktion knapp zwei Tage in Anspruch nehmen. Die Hubschrauber müssen deshalb auch nachts von einem Behelfshelioport starten und dort auch wieder landen können.

Die Eingeschlossen bereiten sich in 700 Metern Tiefe ebenfalls auf den Tag der Entscheidung vor. Dazu gehörte auch ein Kurs, wie auf unangenehme Fragen von Journalisten zu reagieren ist. In einem solchen Fall sollten die Geretteten lieber nicht ärgerlich werden, sondern freundlich aber bestimmt antworten, dass dies nicht der Augenblick für eine solche Frage sei, berichtete die Zeitung «El Mercurio».

Das Drama hatte am 5. August begonnen. Die Rettungsaktion, die diese Woche zu Ende gehen dürfte, je die längste und aufwändigste, die je im Bergbau vorgenommen wurde. (rsn)