Spionage
Angeblicher CIA-Agent wurde in Russland festgenommen

Der Kalte Krieg ist längst Geschichte, aber Spionageaffären zwischen Russland und den USA gehören deswegen noch längst nicht der Vergangenheit an. Jetzt gibt es einen neuen Vorfall, der Le Carré nicht besser erfinden hätte können.

Dagmar Heuberger
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Fogle Ryan Christopher

Fogle Ryan Christopher

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Der russische Geheimdienst FSB meldete, er habe in der Nacht auf Dienstag einen amerikanischen Diplomaten festgenommen. Der Mann soll versucht haben, einen russischen Agenten abzuwerben.

Beim Festgenommenen handle es sich um einen CIA-Agenten. Er heisse Ryan Christopher Fogle und habe «verdeckt» als dritter Sekretär in der politischen Abteilung der US-Botschaft in Moskau gearbeitet. Nach der Festnahme wurde Fogle im Hauptquartier des FSB verhört und anschliessend der US-Botschaft in Moskau übergeben.

Perücke, Mütze: Ein Spion, wie er im Buche steht

Die russische Nachrichtenagentur RIA Novosti zitierte FSB-Angehörige, wonach Fogle zum Zeitpunkt der Festnahme auf dem Weg zu einem Treffen mit dem russischen Agenten war, den er abwerben wollte. Russische Online-Medien zeigten gestern Nachmittag Bilder eines Mannes mit einer blonden Perücke, einem blauen Shirt und einer Baseball-Mütze, der von einem russischen Geheimdienstoffizier zu Boden gedrückt wird - offensichtlich Bilder vom Moment der Festnahme.

Weitere Fotos zeigten den Mann in einem Büro des FSB sowie Gegenstände, die angeblich bei ihm gefunden wurden: braune und blonde Perücken, verschiedene Sonnenbrillen, mehrere 500-Euro-Noten, ein Kompass, ein Stadtplan von Moskau und ein Diplomatenpass.

Russische Quellen zitierten ausserdem aus einem Brief, der angeblich an den russischen Agenten gerichtet war. Darin werden diesem 100 000 Dollar für seine «Erfahrung und Kooperation» angeboten und noch viel mehr Geld, wenn er bereit sei, «spezifische Fragen zu beantworten.» «Für eine langfristige Zusammenarbeit können wir Ihnen bis zu einer Million Dollar anbieten», heisst es weiter.