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Drohnen aus iranischer Produktion – aber wer startete sie und wo?

Die technischen Hintergründe des Angriffs auf saudiarabische Erdölanlagen sind noch weitgehend im Dunkeln.
Niklaus Salzmann
Drohnen der Grösse einer Qasef-2K fliegen mehrere hundert Kilometer weit. (Bild: zvg)

Drohnen der Grösse einer Qasef-2K fliegen mehrere hundert Kilometer weit. (Bild: zvg)

Das Feld nach der Attacke auf die saudischen Ölanlagen ist gepflastert mit Fragezeichen. Es ist nicht klar, womit die Attacke ausgeführt wurde. Und es ist nicht klar, wo die unbemannten Flugzeuge gestartet wurden. Und deshalb ist es auch nicht möglich, definitiv zu sagen, wer für die Attacke verantwortlich ist.

Klar ist, dass die aktuelle Attacke nicht aus heiterem Himmel kam. Die Huthi-Rebellen in Jemen haben immer wieder zivile Einrichtungen in Saudi-Arabien mit UAVs (Unmanned Aerial Vehicles – unbemannte Flugzeuge) angegriffen. Im Mai hatten sie bereits in Dodami und Afif eine Pumpstation einer Pipeline in Brand geschossen. Am 17. August dieses Jahres wurde das Öl- und Gasfeld von Shaybah beschossen.

«Die aktuelle Attacke passt zur Folge der bisherigen Angriffe», sagt Jean-Marc Rickli vom Geneva Centre for Security Policy (GCSP), «neu ist die Entfernung und das Ausmass der Schäden.» Aber dass die Drohnentechniker sich laufend verbessern, ist keine Überraschung.

Zu weit weg vom Jemen?

Der aktuelle Angriff in Saudi-Arabien wirft dennoch eine Reihe von Fragen auf. Denn die getroffenen Einrichtungen liegen rund 800 Kilometer von den Huthi-Basen in Jemen entfernt, und eine solche Reichweite kriegen nur grosse Drohnen hin. «Der saudi-arabische Luftraum wird von den USA und Saudi-Arabien so gut überwacht, dass es schwer nachvollziehbar wäre, wenn Drohnen dieser Grösse nicht bemerkt worden wären», sagt Marcel Dickow, Forschungsgruppenleiter Sicherheitspolitik bei der Stiftung Wissenschaft und Politik in Berlin. Vieles spreche dafür, dass es sich um kleinere Drohnen gehandelt habe. Diese wiederum haben geringere Reichweiten und können nicht in Jemen gestartet worden sein.

Die Huthi-Rebellen haben nachweislich Drohnen des Typs Qasef, die baugleich sind mit den Ababil-II-Drohnen, die von Irans Aircraft Manufacturing Industrial Company (Hesa) produziert werden. Qasef-1 ist eine Drohne mit einer Reichweite von 100 bis 150 Kilometer und einer Nutzlast von 30 bis 45 Kilogramm.

Die Waffe der Rebellen und Terroristen

Sind die Huthi-Rebellen in der Lage, grössere Drohnen mit grösserer Reichweite zu bauen? Fachleute bezweifeln das. Man vermutet, dass auch die Qasef-Drohnen importiert sind und nicht in Jemen gefertigt. Direkte Nachweise, dass Iran auch grössere Drohnen in den Jemen geliefert hat, gibt es bisher nicht. Vermutet wird auch, dass die Drohnen aus dem Südirak kommen, vielleicht durch schiitische Gruppen gestartet.

Zuerst waren es grosse staatliche Akteure, die mit Drohnen operierten – so Israel in palästinensischen Gebieten und die USA im pakistanisch-afghanischen Grenzgebiet. Seit einigen Jahren sind die UAVs aber auch zur Waffe von Rebellen und Terroristen geworden. «Durch Drohnen haben kleinere Länder und nichtstaatliche Akteure militärische Möglichkeiten, die sie früher nicht hatten», sagt Marcel Dickow. «Und vor allem haben sie dies zu relativ geringen Preisen.»

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