Virus
Angst vor dem Todesvirus: Internationale Ebola-Krisensitzung in Ghana

Seit über drei Monaten breitet sich die schwere Ebola-Epidemie in Westafrika immer weiter aus. Die Zahl der Toten steigt fast täglich. Westafrikanische Politiker und Experten aus aller Welt beraten in Ghana über Strategien gegen die Krankheit.

Drucken
Das Ebola-Virus (Archiv)

Das Ebola-Virus (Archiv)

Keystone

Tödlicher Erreger

Das Ebola-Virus gehört zu den gefährlichsten Krankheitserregern der Welt. Es löst hämorrhagisches - mit Blutungen einhergehendes - Fieber aus. Je nach Ausbruch sterben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) zufolge 25 bis 90 Prozent der Patienten daran. Trotz intensiver Forschung gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel. Seinen Ursprung hat das Virus im Tierreich. Menschen können sich über den Kontakt zu erkrankten Tieren infizieren, unter anderem Affen. Von Mensch zu Mensch überträgt sich die Krankheit durch Blut und andere Körperflüssigkeiten. Die Inkubationszeit beträgt nach WHO-Angaben zwei Tage bis drei Wochen. Plötzlich setzen Fieber, Kopf- und Muskelschmerzen, Schwächegefühl und Halsschmerzen ein. Später gehen Nieren- und Leberfunktion zurück, es können schwere innere Blutungen auftreten. Ebola kommt vor allem nahe des Regenwaldes vor. Zum ersten Mal tauchte es 1976 im Sudan und im Kongo nahe des Ebola-Flusses auf. Ihm verdankt die Krankheit auch ihren Namen. Experten rechnen nicht mit Ebola-Erkrankungen in Europa.

"Der derzeitige Ebola-Ausbruch ist der grösste aller Zeiten, was die Zahl der Fälle, der Toten und die geografische Verbreitung betrifft", sagte WHO-Afrikadirektor Luis Gomes Sambo bei der Eröffnung.

Zudem trete die Krankheit nicht nur auf dem Land, sondern auch in den Städten auf. "Das Risiko, dass sich die Epidemie über weitere Grenzen international ausbreitet, stellt ein gravierendes Problem für die öffentliche Gesundheit dar."

467 Patienten gestorben

Nach WHO-Angaben sind bis Ende Juni in Guinea, Liberia und Sierra Leone 759 Fälle bestätigt worden. 467 Patienten starben an dem Virus. Am schlimmsten betroffen ist weiterhin Guinea, wo die Krankheit im März erstmals aufgetreten war.

An der Sitzung nehmen die zuständigen Minister aus elf Ländern in der Region sowie internationale Experten der UN, des Roten Kreuzes, des Instituts Pasteur und von Ärzte ohne Grenzen teil. Sie sollen Mittel und Wege finden, um die derzeitige Epidemie einzudämmen und künftige Ebola-Ausbrüche zu verhindern.

"Ich rufe die Gesundheitsminister der betroffenen Länder dazu auf, nichts unversucht zu lassen, um das Virus unter Kontrolle zu bringen", sagte Gomes Sambo. Es sei sehr wichtig, dass die Behörden die Umsetzung von Schutzmassnahmen wirksam überwachten.

In Westafrika sind viele Menschen verunsichert und vertrauen den Ärzten in ihren futuristisch anmutenden Schutzanzügen nicht. Sie verstecken deshalb häufig Angehörige, die Ebola-Symptome aufweisen, in ihren Häusern.

"Grosse Herausforderung"

"Die derzeitige Epidemie ist eine der grössten Herausforderungen, denen WHO und ihre Partner je gegenüberstanden", betonte Ghanas Gesundheitsministerin Sherry Ayittey. "Wir sind hier, um wirklich etwas zu bewegen. Und diese Veränderung muss auch ausserhalb dieses Raums bei Millionen von Menschen ankommen, die dringend Lösungen brauchen."

Ebola verläuft in bis zu 90 Prozent aller Fälle tödlich. Unter anderem verursacht das Virus Fieber und schwere innere und äussere Blutungen. Bislang gibt es weder eine Impfung noch ein Heilmittel.