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ANNÄHERUNG: Süd- und Nordkorea einig über Gipfeltreffen

Nach ihrer überraschenden Annäherung seit Jahresbeginn haben Süd- und Nordkorea den 27. April als Termin für ihr geplantes Gipfeltreffen festgelegt. Darauf haben sich Unterhändler am Donnerstag geeinigt. Es ist der erste derartige Gipfel seit mehr als zehn Jahren.
Die Mächtigen kommunizieren: Ein Bildschirm an einem Bahnhof in Seoul zeigt ein zusammengestelltes Bild dessen, was als nächster Koreagipfel bzw. als Abrüstungsabkommen auch mit dem Westen bald real werden könnte. Im Bild der südkoreanische Präsident Moon Jae, Mitte, der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un, rechts, und US-Präsident Donald Trump. (Bild: Keystone, Seoul, 07.03.2018)

Die Mächtigen kommunizieren: Ein Bildschirm an einem Bahnhof in Seoul zeigt ein zusammengestelltes Bild dessen, was als nächster Koreagipfel bzw. als Abrüstungsabkommen auch mit dem Westen bald real werden könnte. Im Bild der südkoreanische Präsident Moon Jae, Mitte, der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un, rechts, und US-Präsident Donald Trump. (Bild: Keystone, Seoul, 07.03.2018)

Der südkoreanische Präsident Moon Jae und der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un kommen auf südkoreanischer Seite des Grenzortes Panmunjom zusammen.

Moon will neben der Verbesserung der Beziehungen auch den Abbau des nordkoreanischen Atomwaffenprogramms zur Sprache bringen. Eine Erklärung der Unterhändler liess allerdings offen, ob sie sich bereits auf die Themen einigen konnten.

Die Spannungen in der Region hatten sich im vergangenen Jahr deutlich verschärft, nachdem Nordkorea mehrmals Raketen sowie Anfang September eine weitere Atombombe getestet und damit gegen Uno-Resolutionen verstossen hatte. Nordkorea kann nach eigenen Angaben jetzt auch das gesamte US-Festland mit Atomsprengköpfen angreifen.

Beide koreanische Staaten hatten sich seit Anfang dieses Jahres aber angenähert. Nordkorea schickte zweimal hochrangige Delegationen zu den Olympischen Winterspielen in Pyeongchang im Februar. Danach vereinbarten beide Seiten ein Gipfeltreffen.

Seoul rätselt über Trump

US-Präsident Donald Trump gab unterdessen dem Verbündeten Südkorea mit der Bemerkung Rätsel auf, er könnte ein überarbeitetes Freihandelsabkommen zwischen beiden Ländern verzögern, bis es eine Vereinbarung im Atomstreit mit Nordkorea gebe. Mit der Ankündigung will Trump nun offensichtlich Druck auf Südkorea machen.

Beide Länder hatten in dieser Woche mitgeteilt, sie hätten sich nach monatelangen Verhandlungen auf Änderungen an ihrem sechs Jahre alten Handelspakt geeinigt. Südkorea versuche nun, "über verschiedene Kanäle" herauszufinden, was Trump mit seiner Bemerkung bei einem Auftritt in Richfield (Ohio) gemeint habe, teilte Moons Büro am Freitag mit.

Die Einigung auf das innerkoreanische Gipfeltreffen wie auch ein potenzielles Treffen zwischen Trump und Kim Jong Un bis spätestens Ende Mai nährten zuletzt die Hoffnung auf eine Lösung des Atomstreits mit Pjöngjang. Trump hatte unter Vermittlung Südkoreas ein Angebot Kims angenommen, ihn treffen zu wollen. Termin und Ort dafür stehen aber noch nicht fest.

Ziel: Atomwaffenfreie koreanische Halbinsel

Südkoreas Vereinigungsminister und Delegationsleiter Cho Myoung Gyon sagte, das Treffen Kims und Moons sei ein neuer Start in den Bemühungen, "die koreanische Halbinsel atomwaffenfrei zu machen, Frieden zu schaffen und die innerkoreanischen Beziehungen weiterzuentwickeln".

In der nächsten Woche wollen beide Seiten auf Arbeitsebene über weitere Details, wie Fragen zur Sicherheit, Protokoll und Medienberichterstattung sprechen. Seit dem Ende des Korea-Krieges (1950-53) hat es nur zwei Korea-Gipfel gegeben, die 2000 und 2007 in Pjöngjang stattfanden.

Während eines überraschenden Besuches in dieser Woche in Peking hatte der nordkoreanische Diktator nach Berichten chinesischer Medien bei Gesprächen mit Staatschef Xi Jinping bekräftigt, die Atomwaffen seines Landes könnten unter bestimmten Bedingungen beseitigt werden.

Peking sondiert in Südkorea

Peking schickte am Donnerstag den hohen Aussenpolitiker Yang Jiechi nach Seoul, um Südkorea unter anderem über das Treffen zwischen Kim und Xi zu unterrichten. Südkorea und China wollten zusammenarbeiten, damit die geplanten Gipfelgespräche Südkoreas und der USA mit Nordkorea erfolgreich seien, erklärte das Präsidialamt in Seoul.

Südkorea reagierte unterdessen auf einen Bericht der "New York Times", wonach es Hinweise gibt, dass Nordkorea in seinem umstrittenen Atomkomplex Yongbyon nach jahrelangen Bauarbeiten einen neuen Reaktor in Betrieb nimmt und dazu möglicherweise erste Tests durchführt.

"Wir beobachten genau die Entwicklungen", sagte ein Sprecher das Aussenministeriums in Seoul dazu. Nordkorea habe zwar betont, der Leichtwasserreaktor diene der Stromgewinnung, er könne aber ebenso gut auch das Element Plutonium erzeugen, das für den Bau von Atombomben verwendet werden könne, schrieb die Zeitung. Der Reaktor könnte daher auch zu einem Thema zwischen Kim Jong Un und Trump werden.

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