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ARGENTINIEN: Delia Ferreira – die streitbare Vorkämpferin für Transparenz

Transparency International kämpft weltweit gegen Korruption. Die argentinische Anwältin Delia Ferreira ist neu Präsidentin der Organisation.
Delia Ferreira (61) (Bild: Transparency International)

Delia Ferreira (61) (Bild: Transparency International)

Politik und Geld, Geld und Politik. Damit hat sich Delia Ferreira, die neue Vorsitzende von Transparency International, ihr Leben lang beschäftigt. Parteienfinanzierung, Wahlsysteme, das Für und Wider elektronischer Urnen sind Themen, für die sich die diskrete argentinische Universitätsprofessorin mit dem flotten Kurzhaarschnitt begeistern kann. Sie steht dabei nicht gerne im Rampenlicht, sondern zieht lieber hinter den Kulissen die Fäden. Doch wenn es sein muss, scheut sie die grossen Auftritte nicht. Es gibt sogar einen Dokumentarfilm über Wahlsysteme und elektronische Urnen, in dem sie eine der Hauptrollen spielt («Caja Negra» – schwarze Kiste). Den Argentiniern ist sie als streitbare Vorkämpferin für Transparenz ein Begriff, denn von 2008 bis 2010 – unter der linksperonistischen Regierung des Ehepaars Kirchner – war sie Vorsitzende der Nichtregierungsorganisation Poder Ciudadano, die sich mit solch sperrigen aber für ein notorisch korruptes Land wie Argentinien wichtigen Themen befasste.

Auch Konfrontationen mit dem rechtskonservativen aktuellen Präsidenten Mauricio Macri geht sie nicht aus dem Weg. Ihr 15-minütiger Auftritt vor einem Jahr vor dem Senat, in dem sie mit sanfter Stimme aber knallhart gegen die von Unternehmerssohn Macri angestrebte Einführung der elektronischen Urne argumentierte, ist sogar auf Youtube zu sehen. «Wir diskutieren hier nicht das Für und Wider von Maschinen. Sondern ob uns der Schein von schnell und modern wichtig ist, oder eine sichere, integre und transparente Wahl. Wir reden also über Rechte und Freiheiten der Bürger und über die Qualität der Demokratie sowie über ihre Legitimität, meine Damen und Herren», begann sie ihren Vortrag.

Klug und brillant war die Tochter einer bürgerlichen Familie aus Córdoba schon immer. 1979 schloss sie ihr Jurastudium mit Auszeichnung ab, ging in die Hauptstadt Buenos Aires, schrieb ein Buch über Persönlichkeitsrechte und liess sich schliesslich in Madrid nieder, um dort an der Complutense den Doktor zu machen – natürlich mit summa cum laude und einer Abhandlung über den guten Glauben im Recht. Nach dem Ende der Militärdiktatur 1983 kehrte sie in die Heimat zurück, lehrte, war Beraterin zahlreicher Ministerien, Regionalregierungen und des Parlaments und verfasste Bücher. Seit über zehn Jahren ist sie Mitglied von Transparency International, seit 2008 im Direktorium. Für die Konrad-Adenauer-Stiftung koordinierte sie 1997 ein Buch über Parteienfinanzierung. Die vergangenen zehn Jahre widmete sie sich ganz ihrer Arbeit als internationale Beraterin und jettete um die Welt, von Flughafen zu Flughafen, immer hinter ihren Laptop geklemmt. 2011 bekam sie von der Internationalen Stiftung für Wahlsysteme in Washington den Joe-Baxter-Preis für ihren Einsatz für Demokratie und Transparenz.

Sandra Weiss

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