Atomstreit - Iran

Atomenergiebehörde hofft auf Durchbruch bei Iran-Verhandlungen

Die Internationale Atomenergiebehörde pocht seit Jahren auf umfassende Inspektionen im Iran. Nun signalisiert die IAEA, dass diese erst nach einem Atomabkommen zwischen den Weltmächten und Iran zustande kommen könnten.

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IAEA-Chef Yukiya Amano am Montag vor den Medien in Wien

IAEA-Chef Yukiya Amano am Montag vor den Medien in Wien

/AP/RONALD ZAK

Gut drei Wochen vor Ablauf der Frist für ein Atomabkommen mit dem Iran hofft die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) auf einen Verhandlungsdurchbruch. Er sei zuversichtlich, dass offene Fragen zur möglichen militärischen Dimension des iranischen Atomprogramms nach einer Einigung bald geklärt werden können, sagte IAEA-Chef Yukiya Amano vor dem IAEA-Gouverneursrat. Die Vertreter aus 35 Nationen waren am Montag zu ihren vierteljährlichen Beratungen zusammengekommen.

Derzeit habe die UNO-Behörde keine Gewissheit über eine ausschliesslich friedliche Nutzung von Atomkraft im Iran, sagte Amano weiter. Die UNO-Behörde könne nicht kontrollieren, ob der Iran nicht deklariertes Nuklearmaterial nutze, um an Atomwaffen zu gelangen.

Die UNO-Vetomächte (USA, China, Russland, Frankreich, Grossbritannien) sowie Deutschland und der Iran hatten sich Anfang April in Lausanne auf ein Zwischenabkommen im seit mehr als zehn Jahren schwelenden Atomstreit geeinigt. Bis Ende Juni soll eine umfassende Lösung stehen. Vorgesehen sind unter anderem eine Einschränkung der iranischen Atomaktivitäten und umfassende Kontrollrechte der IAEA.

Die Experten aus Wien fordern seit längerem Zugang zu Anlagen, Material und Wissenschaftlern in der Islamischen Republik. Bislang hatte die IAEA unabhängig vom Ausgang der Atomverhandlungen auf umfassenden Inspektionen in dem Land bestanden.

Abschlussbericht zu Fukushima

Im Laufe der fünftägigen Sitzung in Wien wird der Gouverneursrat der Atomenergiebehörde auch über den Abschlussbericht zur Atomkatastrophe im japanischen Fukushima 2011 beraten. Dazu liegt den 35 Staaten eine 250-seitige Zusammenfassung vor, die von 180 Experten aus 42 Ländern erstellt wurde.

Der volle Bericht soll im Herbst diskutiert werden. Japan sei zu sehr von der Sicherheit seiner Atomkraftwerke überzeugt und auf einen Unglücksfall nicht genug vorbereitet gewesen, sagte Amano.