Auch dieses Buch kann Trump nicht stoppen: Die 4 wichtigsten Fragen und Antworten zum neuen Enthüllungs-Wälzer

Trumps Ex-Sicherheitsberater John Bolton bringt seinen früheren Chef mächtig in Rage. Doch die Publikation wird Trump nicht verhindern können.

Samuel Schumacher
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Bringt Donald Trump in Rage: Das Buch seines Ex-Sicherheitsberaters John Bolton, das am Dienstag erscheinen soll.

Bringt Donald Trump in Rage: Das Buch seines Ex-Sicherheitsberaters John Bolton, das am Dienstag erscheinen soll.

Keystone

John Bolton (71), der Donald Trump (74) 17 Monate lang als Sicherheitsberater gedient hatte, bringt am Dienstag das Buch «The Room Where It Happened» («Im Raum, wo es geschah») auf den Markt. Die Trump-Regierung versucht, die Veröffentlichung mit juristischen Mitteln zu verhindern. Bereits jetzt sind erste Details aus dem 576-Seiten-Wälzer bekannt geworden.

1. Was steht in dem Buch?

Bolton schreibt, Trump habe mehrere Dinge getan, die ein Amtsenthebungsverfahren gerechtfertigt hätten. So habe er etwa den chinesischen Präsidenten Xi Jinping gebeten, ihm bei seiner Wiederwahl zu helfen. China solle mehr US-Sojabohnen kaufen, damit es den amerikanischen Bauern gut geht und sie Trump wiederwählen, schlug Trump vor. Im Gegenzug würde er die Strafzölle auf chinesische Produkte reduzieren. Trump habe sich zudem positiv über die Internierung der muslimischen Minderheit der Uiguren in China geäussert. Das Buch deutet auch Trumps Unwissenheit über elementarste Themen an. So habe Trump gedacht, Finnland sei ein Teil Russlands. Er habe nicht gewusst, dass Grossbritannien eine Atommacht ist. Generell habe Trump sich schnell von autoritären Figuren einlullen lassen und auch mal persönlich in Justizverfahren gegen chinesische oder türkische Firmen eingegriffen, wenn ihn Xi oder Erdogan darum gebeten hätten. Justizbehinderung sei für Trump «eine Art Lebensstil», schreibt Bolton.

2. Wie hat Trump reagiert?

Hässig. John Bolton sei «ein Lügner», sagte Trump dem «Wall Street Journal». «Alle im Weissen Haus haben ihn gehasst.» Auf Twitter schrieb der US-Präsident, das Buch sei «nichts als eine Ansammlung von Lügen», «Pure Fiktion». Bolton sei «ein kranker Hund». Am Dienstag lancierte das Weisse Haus eine offizielle Klage gegen die Veröffentlichung. Das Justizdepartement zieht in Erwägung, Bolton persönlich vor Gericht zu ziehen. Das alles wird die Publikation aber kaum stoppen können.

3. Schadet das Buch Donald Trumps Wiederwahlchancen?

Wahrscheinlich nicht. Dass Trump bereit ist, fremde Mächte um politische Gefälligkeiten zu bitten, ist seit der «Ukraine-Affäre» bekannt. Trump stoppte 2019 die Zahlung von 400 Millionen Dollar Militärhilfe und forderte die Ukraine auf, zuerst Ermittlungen gegen seinen Kontrahenten Joe Biden (77) zu starten. Dass Trump nicht weiss, dass Finnland ein Land ist, wird seine Wähler kaum abschrecken. Manche demokratischen Politiker werfen Bolton deshalb vor, er hätte seine Erkenntnisse bereits im Amtsenthebungsverfahren als Zeuge vorbringen sollen, statt sie für sein Buch aufzusparen.

4. Was macht Trump sonst noch wütend diese Woche?

Der Supreme Court, das Oberste Gericht der USA. Das Gericht, das eigentlich konservativ ist, hat diese Woche zwei Entscheide gefällt, die gar nicht in Trumps Sinn sind. Am Montag stärkten die Richter die Rechte von Homosexuellen und entschieden, dass niemand wegen seiner sexuellen Orientierung entlassen werden dürfe. Und am Donnerstag legten die obersten US-Richter ihre schützende Hand über die «Dreamers»: jene rund 700'000 illegalen Migranten, die als Minderjährige ins Land kamen und die Trump gerne abgeschoben hätte. Der Supreme Court entschied, dass der «Dreamers Act», mit dem Präsident Barack Obama den Dreamers ein Bleiberecht gab und den Trump für nichtig erklärte, weiter Bestand hält.