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Auf die Stillen hören

Kommentar
Sebastian Borger, London

Die unionistischen Protestanten (DUP) auf der einen und die nationalistisch-katholische Sinn Féin (SF) auf der anderen Seite: Es grenzt an ein Wunder, dass es in Nordirland zwei derart verschiedene Gruppierungen geschafft haben, sich vor zehn Jahren zu einer funktionierenden Regionalregierung zusammenzuraufen. Die DUP ging hervor aus der Gefolgschaft eines fundamentalistischen Predigers, Sinn Féin wird seit Jahrzehnten mit harter Hand vom Ex-Terroristen Gerry Adams geführt.

Jetzt aber steht die gemeinsame Regierung, die sichtbarste Errungenschaft des langen und teuren Friedensprozesses in Nordirland, auf dem Spiel. Die Ursache ist schnell gefunden: Hardliner auf beiden Seiten befeuern das Zerwürfnis.

Ein wenig spielt der Generationswechsel eine Rolle: DUP-Chefin Arlene Foster (46) und Adams Statthalterin Michelle O’Neill (40) müssen sich in den eigenen Reihen profilieren. Und gewiss macht beiden Seiten die Unsicherheit des EU-Austritts von Grossbritannien zu schaffen. Schliesslich ist Nordirland das einzige Glied im Vereinigten Königreich, das eine Landesgrenze zum europäischen Binnenmarkt hat. Der harte Brexit, den die Tory-Regierung in London propagiert, läuft den Interessen beider Teile Irlands diametral zuwider.

Wenn diese ungemütliche Ausgangslage nicht aus dem Ruder laufen soll, muss Londons Nordirland-Minister James Brokenshire die Schreihälse beider Parteien an einen Tisch zwingen. Und vielleicht sollte er ein wenig genauer jenen stilleren Politikern aus den kleineren Parteien zuhören, deren differenzierte Haltung schon früher die Verhandlungen vorangebracht haben.

Sebastian Borger, London

nachrichten@luzernerzeitung.ch

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