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Kommentar

Ausfälle in Sozialen Medien: Brandstifter allerorten

Der Hitler-Tweet eines BDP-Politikers und die Tolerierung von Holocaust-Leugnungen durch Facebook-Chef Mark Zuckerberg zeigen: Auch Jahrzehnte nach den Gräueln des Zweiten Weltkriegs kommt es immer wieder zu widerlichen Verirrungen.
Balz Bruder
Balz Bruder.

Balz Bruder.

Die Meldungen muten an wie aus einer anderen Zeit. Da twittert ein BDP-Jungpolitiker aus dem Thurgau frisch von der Leber weg, er sehe in Adolf Hitler «nicht nur den menschenverachtenden bösartigen Tyrannen und Diktator». Und distanziert sich erst davon, als ihn die Community in den sozialen Medien in Grund und Boden twittert und postet. «Ich bin kein Rassist», beteuert er. Das war in der ersten Wochenhälfte.

Nicht viel besser tönt es in der zweiten. Facebook-Chef Mark Zuckerberg – selber Jude - will Beiträge von Holocaust-Leugnern nicht entfernen lassen. Die befremdliche Begründung: Er glaube nicht, dass die Absender der Posts «absichtlich falsch liegen». Um sich gleichzeitig zu beeilen, in eigener Sache klarzustellen: «Ich persönlich finde die Leugnung des Holocaust zutiefst beleidigend und habe absolut nicht vorgehabt, die Absicht von Leuten zu verteidigen, die das tun.»

Die Auseinandersetzung mit dem Twitterer aus dem Thurgau und dem amerikanischen Social-Media-Unternehmer zeigt: Auch Jahrzehnte nach den Gräueln des Zweiten Weltkriegs kommt es immer wieder zu widerlichen Verirrungen – erstaunlicherweise nicht nur von ideologischen Irrlichtern, sondern auch von Mitgliedern einer Gesellschaft, die es besser wissen müssten. Und gar von solchen, die sich als geniale Neuerer der Postmoderne sehen.

Soll man ihre kruden Ansichten totschweigen oder dramatisieren? Weder das eine noch das andere, sondern schlicht und einfach sagen, was Sache ist. Schlagzeilen à la «Biedermann verharmlost Hitler», wie sie der Boulevard diese Woche produzierte, tragen allerdings weniger zur Auf- als vielmehr zur Verklärung der Brandstifter und ihrer wirren Ansichten bei. Hilfreich ist das nicht.

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