Steuerbetrug

Australien: Urteil wegen Geldwäscherei mit Schweizer Konten

Der australische Millionär Michael Milne wurde wegen Geldwäscherei und Steuerhinterziehung verurteilt. Er nutzte ein raffiniertes Firmen-Konglomerat, das ihm Schweizer Treuhänder zur Verfügung stellten.

Christian Bütikofer
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azNetz

Das oberste Gericht von New South Wales verurteilte den Millionär Michael Milne wegen Steuerhinterziehung und Geldwäscherei. Die Geschworenen des «Supreme Courts» sahen es als erwiesen an, dass Milne anhand komplexer Firmengeflechte in der Schweiz Gelder versteckte und sie dann schwarz nach Australien zurücktransferierte.

Schwarzgeld für Auto, Yacht und Bilder

So habe Milne mit den Schweizer Geldern etwa teure Möbel und ein Haus für 2,7 Millionen Dollar gekauft. Dazu gesellten sich ein Bentley, eine Jacht für 270'000 Dollar und für ein Bild des Künstlers Jeffrey Smart blätterte er 400'000 Dollar hin. Im März 2005 bekam er aus der Schweiz zudem eine Million Dollar auf eine Briefkastenfirma Barat Advisory überwiesen.

Vor etwa drei Jahren wurde er verhaftet und kam gegen eine Kaution von 5 Millionen Dollar frei. Vorher behauptete Milne, er habe während Jahren nur wenige tausend Dollar verdient.

Kunde von Genfer und Zürcher Treuhändern

Milne war ein Kunde des Genfer Treuhänders Philip Egglishaw und seiner Firma Strachans. Egglishaws Geschäftsgebaren löste in Australien die grössten Ermittlungen wegen Steuerbetrugs aus.

Im Dezember wird das Strafmass verkündet und nächstes Jahr steht Milne nochmals vor dem Richter. Auch da geht es um den Verdacht auf Steuerhinterziehung, diesmal aber mit Hilfe eines Zürcher Treuhänders; die «az Aargauer Zeitung» berichtete darüber.