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Terrorverdacht nach mutmasslicher Auto-Attacke in London: Eine Schwerverletzte

Nach der mutmasslichen Auto-Attacke am Londoner Parlament ermittelt die Polizei wegen Terrorverdachts. Das teilte Scotland Yard am Dienstag mit. Ein Mann war am Morgen mit einem Auto in die Absperrungen vor dem Parlament gerast. Es gab mehrere Verletzte.
Die Polizei sperrt den Unfallort ab. (Bild: Keystone)

Die Polizei sperrt den Unfallort ab. (Bild: Keystone)

(sda/red) «Im Moment behandeln wir das als terroristischen Vorfall, und die Anti-Terror-Einheit leitet jetzt die Ermittlungen», hiess es in der Mitteilung von Scotland Yard.

Täter Ende 20

Bewaffnete Polizisten umzingelten das silberfarbene Auto unmittelbar nachdem es um 08.37 Uhr Schweizer Zeit in die Absperrung vor dem Westminsterpalast gerast war. Bilder auf Twitter zeigten die Beamten, wie sie ihre Waffen auf den Fahrer richteten und ihn zum Aussteigen zwangen.

Die Polizei nimmt den Mann fest, der mit seinem Auto in die Absperrungen gefahren ist. (Bild: Keystone)

Die Polizei nimmt den Mann fest, der mit seinem Auto in die Absperrungen gefahren ist. (Bild: Keystone)

Der Fahrer wurde festgenommen, gegen ihn wird nun wegen Terrorverdachts ermittelt. Es soll sich um einen Mann Ende 20 handeln. Auf Videos im Internet war zu sehen, wie Polizisten mit Waffen im Anschlag eine Person aus dem schwer beschädigten, silberfarbenen Ford Fiesta zerrten. Helikopter kreisten über Westminster Palace, überall standen Polizeifahrzeuge.

Schwerverletzte ausser Lebensgefahr

Retter kümmern sich um die Verletzten. (Bild: Keystone)

Retter kümmern sich um die Verletzten. (Bild: Keystone)

Den Rettungskräften zufolge mussten zwei Menschen vor Ort behandelt werden. Sie wurden später ins Spital gebracht, waren aber nicht schwer verletzt. Eine Frau wurde schwer verletzt, schwebt aber nicht in Lebensgefahr. Auf Fernsehbildern waren am Boden liegende Velofahrer zu sehen. Mehrere Velos lagen verteilt über den Gehsteig.

Polizisten stehen vor dem Parlament. (Bild: Keystone)

Polizisten stehen vor dem Parlament. (Bild: Keystone)

"Das Auto fuhr sehr schnell"

Eine Augenzeugin berichtete: "Es sah so aus, als sei es absichtlich gewesen. Das Auto fuhr sehr schnell in Richtung der Absperrungen", sagte Ewalina Ochab der Nachrichtenagentur PA. Sie habe vorne an dem Fahrzeug kein Kennzeichen gesehen.

Mehrere Strassen wurden gesperrt. Vor Ort waren Dutzende bewaffnete Polizisten. Auch mehrere Krankenwagen eilten an den Einsatzort. Die U-Bahn-Haltestelle Westminster wurde geschlossen.

Bereits ein Anschlag

Westminster war im vergangenen Jahr Schauplatz eines Terroranschlags gewesen. Ein mutmasslich islamistischer Attentäter fuhr auf der Westminsterbrücke mit einem Auto Fussgänger an, bevor er vor dem Parlament einen Polizisten mit einem Messer erstach.

Der 52-Jährige, der zum Islam konvertiert war, tötete dabei fünf Menschen und verletzte dutzende weitere, bevor er von der Polizei erschossen wurde.

Die Sicherheitslage in Grossbritannien ist angespannt. Im vergangenen Jahr wurde das Land fünf Mal Ziel eines Anschlags - vier Mal in London und ein Mal in Manchester. Dabei wurden insgesamt 36 Menschen getötet. Wegen der Terrorgefahr herrschen im gesamten Land strenge Sicherheitsvorkehrungen. Zuletzt waren im September bei einer Explosion in der Londoner U-Bahn 30 Menschen verletzt worden.

Serie von Anschlägen in Grossbritannien

(sda) Der jüngste Vorfall in London, bei dem ein Mann mit einem Auto in die Absperrung vor dem britischen Parlament gerast ist und mehrere Menschen verletzt hat, reiht sich ein in eine Serie von Anschlägen, die Grossbritannien in den vergangenen Jahren erschüttert haben.

- 15. September 2017, London: Bei einem Bombenanschlag in der U-Bahn-Station Parsons Green während der Hauptverkehrszeit werden 30 Menschen verletzt. Die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beansprucht den Anschlag für sich.

- 19. Juni 2017, London: Ein Mann fährt mit einem Lieferwagen in eine Gruppe von Muslimen, die aus einer Moschee im Stadtteil Finsbury Park kommen. Ein Mann wird getötet, elf weitere Menschen werden verletzt. Der Fahrer, der 48-jährige Darren Osborne, wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

- 3. Juni 2017, London: Drei Attentäter fahren mit einem Lieferwagen auf der London Bridge in eine Menschenmenge. Anschliessend stechen sie mit Messern auf Menschen im nahegelegenen Ausgehviertel rund um den Borough Market ein. Sie töten sieben Menschen und verletzen dutzende weitere, bevor die Polizei die drei Männer erschiesst. Der IS beansprucht den Anschlag für sich.

- 22. Mai 2017, Manchester: Ein Selbstmordattentäter tötet bei einem Konzert von US-Sängerin Ariana Grande 22 Menschen, darunter viele Kinder. Mehr als hundert Menschen werden verletzt. Es ist der schwerste Anschlag in Grossbritannien seit der Attentatsserie in Londoner U-Bahnen und Bussen im Juli 2005. Die IS-Miliz reklamiert die Tat für sich.

- 22. März 2017, London: Ein Attentäter rast mit seinem Auto auf der Westminster Bridge in Fussgänger, bevor er auf das Gelände des britischen Parlaments stürmt und einen Polizisten mit einem Messer ersticht. Insgesamt tötet der 52-Jährige, der zum Islam konvertiert war, fünf Menschen und verletzt mehr als 50 weitere, bevor die Polizei ihn erschiesst. Der IS beansprucht die Tat für sich.

- 5. Dezember 2015, London: Ein geisteskranker Messerangreifer sticht im U-Bahnhof Leytonstone auf zwei Menschen ein. Die Polizei stuft den Vorfall als Terrorakt ein. Der in Somalia geborene Mann wird zu lebenslanger Haft verurteilt.

- 22. Mai 2013, London: Zwei zum Islam konvertierte Briten nigerianischer Abstammung fahren vor einer Kaserne den Soldaten Lee Rigby mit einem Auto an, bevor sie ihn erstechen. Der 29-jährige Haupttäter wird zu lebenslanger Haft, sein 22-jähriger Komplize zu mindestens 45 Jahren Haft verurteilt.

- 30. Juni 2007 2007, Glasgow: Zwei Männer rasen mit einem brennenden Wagen in den Haupteingang des Glasgower Flughafens. Der aus Indien stammende Fahrer zieht sich schwere Verbrennungen zu und stirbt später im Krankenhaus. Der Beifahrer, ein irakischer Arzt, wird wegen der Anschlägspläne zu mindestens 32 Jahren Haft verurteilt.

- 7. Juli 2005, London: Bei einer Anschlagsserie in U-Bahnen und Bussen in London reissen vier Selbstmordattentäter 52 Menschen mit in den Tod. 700 weitere Menschen werden verletzt. Zum schwersten Anschlag in der Geschichte Grossbritanniens bekennt sich das Terrornetzwerk Al-Kaida.

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