Autopsie zeigt: George Floyd soll nicht nur durch knienden Polizisten gestorben sein

Die zweite Autopsie, welche von George Floyds Familie angeordnet wurde, belastet weitere Polizisten. Schuld sei nicht nur der kniende Beamte, sondern auch zwei weitere.

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Der Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz löste landesweite Proteste aus. (Bild: Keystone)

Der Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz löste landesweite Proteste aus. (Bild: Keystone)

(sda/dpa/pit) Der Anwalt der Familie von George Floyd sagte am Montag, dass sein Tod Mord war, verursacht durch Erstickung und Verlust des Blutflusses zum Gehirn. Dies habe eine unabhängige Autopsie ergeben, die Floyds Familie selbst in Auftrag gegeben hatte.

Dies stellt die Analyse der Behörden in Frage. In einer ersten Stellungnahme hiess es, Floyd sei nicht an «traumatischer Asphyxie oder Strangulation» – sprich: durch Erstickung – gestorben. Die Gerichtsmedizin vermutete, dass Floyds Vorerkrankungen «möglicherweise zu seinem Tod beigetragen» hätten.

Weitere Polizisten beschuldigt

«Nicht nur das Knie an Georges Hals war eine Todesursache, sondern auch das Gewicht der beiden anderen Polizisten auf seinem Rücken, die nicht nur den Blutfluss in sein Gehirn, sondern auch den Luftstrom in sein Gehirn unterbrach», sagte Antonio Romanucci, der Anwalt der Familie.

Ihre eigene Autopsie habe zudem ergeben, dass Floyd kein «zugrundeliegendes medizinisches Problem» hatte, dass den Tod verursacht oder zum Tod beigetragen habe.

Benjamin Crump, ein weiterer Anwalt der Familie, belastet damit nicht nur den Polizisten, der der minutenlang auf Floyds Nacken kniete, sondern auch zwei weitere Polizisten.

Die vier Polizisten, die am Einsatz beteiligt waren, wurden entlassen. Der Mann, der Floyd sein Knie auf den Nacken drückte, wird wegen Mordes angeklagt und ist in Untersuchungshaft. Ein weiterer Bruder von George Floyd, Philonise Floyd, hatte am Sonntag im Sender CNN gefordert, auch die anderen drei Polizisten, die beteiligt waren und nicht einschritten, müssten festgenommen werden. «Ich will Gerechtigkeit – jetzt.»