Euskirchen (D)
Bagger lässt Weltkriegsbombe explodieren - ein Toter

Bei Baggerarbeiten in einem Industriegebiet von Euskirchen bei Bonn ist am Freitag eine Weltkriegsbombe explodiert. Der Baggerführer kam dabei ums Leben, zwei Menschen wurden schwer, elf weitere leicht verletzt.

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Weltkriegsbombe explodiert im deutschen Euskirchen
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Rettungskräfte vor Ort
Diese Autos wurden beschädigt.
Das Cockpit eines Lastwagens, der durch die Explosion beschädigt wurde.
Auch dieses Gebäude wurde in Mitleidenschaft gezogen.
Bei diesem Haus wurden Ziegel abgedeckt

Weltkriegsbombe explodiert im deutschen Euskirchen

keystone/epa

Die Explosion löste laut einem Polizeisprecher eine "gewaltige Druckwelle" aus, die erhebliche Gebäudeschäden verursachte. Zahlreiche Fensterscheiben in der Umgebung gingen zu Bruch, Garagentore wurden eingedrückt.

Der schwere Bagger wurde erheblich beschädigt, Autos in der näheren Umgebung demoliert. Noch 400 Meter weit habe es Schäden gegeben, sagte der Polizeisprecher.

Die Explosion ereignete sich laut Polizei gegen 13.30 Uhr bei Baggerarbeiten auf einer Freifläche in einem Gewerbegebiet. Der Baggerfahrer war mit dem Umschichten von Bauschutt beschäftigt, als sich die Explosion ereignete.

Experten vor Ort vermuteten, dass eine Luftmine explodiert sei. Zwischenzeitlich hatte die Düsseldorfer Bezirksregierung es offen gelassen, ob es sich um eine Weltkriegsbombe handelt. Luftminen sollten im Krieg in grösserer Höhe explodieren, vor allem um Dächer vor dem Abwurf von Brandbomben zu zerstören.

Hunderte versteckter Bomben

Der Bauschutt in Euskirchen sollte sicherheitshalber nach weiterem Sprengstoff durchsucht werden. Dass nicht explodierte Bomben aus dem Zweiten Weltkrieg gefunden werden, gehört an Rhein und Ruhr zum Alltag. In der Regel werden die Blindgänger aber bei systematischen Suchen rechtzeitig entdeckt, vor allem durch die Auswertung von Luftbildern.

Fast immer geht es glimpflich ab und die Sprengkörper werden entschärft - allein in Nordrhein-Westfalen viele Hunderte im Jahr. Allerdings hat es auch bei diesen gefährlichen Einsätzen schon Vorfälle gegeben, zumal wenn die Experten die Bomben nicht entschärfen können, sondern kontrolliert sprengen müssen.

Nur sehr selten explodieren Blindgänger, ohne entdeckt worden zu sein wie vermutlich jetzt in Euskirchen. Vor gut sechs Jahren wurde bei Aschaffenburg im Bundesland Bayern ein Bauarbeiter getötet, als eine Fräsmaschine bei Arbeiten auf einer Autobahn eine Fünf-Zentner-Bombe explodieren liess.