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BAMAKO: Malis Sicherheitskräfte suchen drei Verdächtige

Nach der blutigen Geiselnahme in einem Luxushotel der malischen Hauptstadt Bamako fahnden die Sicherheitskräfte nach drei Verdächtigen. Die Gesuchten seien möglicherweise an dem Überfall auf das Radisson-Blu-Hotel beteiligt gewesen, sagte am Samstag ein Mitarbeiter der malischen Sicherheitskräfte.
Soldaten der Präsidentengarde patrouillieren vor dem von der Geiselnahme am Freitag betroffenen Hotel Radisson Blu in Bamako, bevor der Präsident von Mali dem Hotel einen Besuch abstattet. (Bild: Keystone / Jerome Delay)

Soldaten der Präsidentengarde patrouillieren vor dem von der Geiselnahme am Freitag betroffenen Hotel Radisson Blu in Bamako, bevor der Präsident von Mali dem Hotel einen Besuch abstattet. (Bild: Keystone / Jerome Delay)

Zum Überfall bekannte sich die Dschihadistengruppe Al-Mourabitoun des algerischen Islamisten Mokhtar Belmokhtar. Beim Nachrichtensender Al-Dschasira und beim mauretanischen Nachrichtenportal Al-Achbar gingen am Freitagabend Bekennerbotschaften der Gruppe ein.

Die am Freitagmorgen begonnene Geiselnahme wurde nach neun Stunden unter Beteiligung von Spezialeinheiten aus Frankreich und den USA beendet, wie ein Sprecher des Ministeriums für Innere Sicherheit sagte. Das Gelände um das Hotel bleibe aber abgesperrt, während das Justizministerium versuche, die Leichen zu identifizieren, hiess es.

Präsident Ibrahim Boubacar Keita korrigierte die Zahl der bei dem Drama Getöteten auf 21 nach unten und sprach von sieben Verletzten. In der Bilanz war von zwei getöteten Angreifern und weiteren 19 Toten die Rede.

Ausländische Opfer

Darunter waren nach Angaben der jeweiligen Aussenministerien sechs russische Mitarbeiter einer Frachtfluggesellschaft, drei leitende Mitarbeiter einer chinesischen Bahnbaugesellschaft, zwei Belgier und eine US-Bürgerin.

Nach Angaben des Hotelbetreibers Rezidor befanden sich zum Zeitpunkt des Angriffs 170 Menschen in dem 190-Zimmer-Hotelgebäude. Nach Angaben des Justizministeriums wurden 105 Geiseln bereit. Rund 40 Menschen konnten während des Angriffs unversehrt fliehen.

Ruf nach mehr Zusammenarbeit

«Menschen unterschiedlicher Staatsangehörigkeit und Religionsgemeinschaft werden zu Opfern», sagte der russische Präsident Wladimir Putin. «Die einzig mögliche Art dieser Bedrohung zu begegnen» sei «eine breite internationale Zusammenarbeit».

Der chinesische Präsident Xi Jinping versprach seinerseits eine «Verstärkung der Zusammenarbeit mit der Weltgemeinschaft im Kampf gegen gewalttätige terroristische Aktivitäten».

US-Präsident Barack Obama bezeichnete den Überfall als «entsetzlich». «Wir stehen an der Seite der Menschen in Mali, die ihr Land von Terroristen säubern und die Demokratie stärken wollen», sagte er. «Wir werden es nicht zulassen, dass diese Mörder Zufluchtsorte finden.»

In Deutschland dürfte der Anschlag die Debatte über das Engagement der Bundeswehr in Mali zusätzlich anheizen. Aktuell sind rund 200 deutsche Soldaten als Teil einer EU-Mission an der Ausbildung der malischen Streitkräfte beteiligt. Die Regierung erwägt, den Einsatz auf den unruhigen Norden auszuweiten.

Ausnahmezustand und Staatstrauer

Malis Regierung verhängte in der Nacht zum Samstag den Ausnahmezustand. Er gilt zehn Tage lang für das gesamte Staatsgebiet. Am Montag soll zudem eine dreitägige Staatstrauer ausgerufen werden.

Mali kommt nicht zur Ruhe, seitdem die Regierung im Frühjahr 2012 von der Armee gestürzt wurde. Tuareg-Rebellen und islamistische Milizen nutzten das anschliessende Machtvakuum aus, um den Norden des Landes in ihre Gewalt zu bringen.

Später verdrängten die Islamisten die Tuareg-Rebellen und übernahmen allein die Kontrolle. Als sie Anfang 2013 weiter nach Süden vorzudringen drohten, intervenierte die frühere französische Kolonialmacht und vertrieb die Islamisten aus den Städten.

sda/afp/dpa

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