BERLIN/OBERBAYERN: Nach Zugunglück: Dobrindt gegen vollautomatisches Sicherheitssystem

Nach dem Zugunglück im bayrischen Bad Aibling zieht Verkehrsminister Alexander Dobrindt kein vollautomatisches Sicherheitssystem im Zugverkehr in Betracht. Es sei klar, «dass in der Sicherheitskette auch eine Person am Schluss eine Letztentscheidung haben muss».

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Bahnarbeiter beim Unglücksort in Bad Aibling. (Bild: EPA)

Bahnarbeiter beim Unglücksort in Bad Aibling. (Bild: EPA)

Zu einem möglichen Vier-Augen-Prinzip als Absicherung äusserte er sich in Berlin nach einer Sitzung des Verkehrsausschusses des Bundestags nicht. Nach dem Unglück von Dienstag vergangener Woche ermittelt die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Tötung gegen den Fahrdienstleiter.
 
Der 39-Jährige soll einen verspäteten Zug auf die eingleisige Strecke geschickt haben, obwohl er dies nach Überzeugung der Ermittler nicht hätte tun dürfen. Bei dem Unglück starben elf Menschen, mehr als 80 Insassen wurden verletzt.
 
Das Ministerium werde sich zusammen mit der Eisenbahnunfalluntersuchungsstelle nun darauf konzentrieren, die letzten Minuten vor dem Unglück zu rekonstruieren, sagte Dobrindt. Dafür sollen voraussichtlich Ende der Woche auf der Unfallstrecke Testfahrten stattfinden.

sda