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BESUCH AUF DER INSEL: Islands Traum ist ausgeträumt

Aus und vorbei: Islands Fussballer sind an der EM im Viertelfinal an Frankreich gescheitert. 20 000 Fans verfolgten in der Heimat das Spiel im Public Viewing. Ihre Enttäuschung über das Ausscheiden hält sich in Grenzen.
Die Euro 2016 war ein Sieg. Darum: Fahnen schwenken. (Bild: AP Photo/Brynjar Gunnarsson)

Die Euro 2016 war ein Sieg. Darum: Fahnen schwenken. (Bild: AP Photo/Brynjar Gunnarsson)

Marion Loher

Es ist der Gänsehaut-Moment des Abends: Das Spiel ist aus, die Niederlage besiegelt und auf der Grossleinwand erscheint Islands Captain Aron Gunnarsson. Müde, enttäuscht, mit hängendem Kopf. Da strecken die 20 000 isländischen Fans auf dem Adlerhügel in Reykjavik die Arme in die Höhe und setzen zum mittlerweile berühmt-berüchtigten Schlachtruf an. Huh schallt es hinunter bis zum Hafen und hinein ins Stadtzentrum. Ein letztes Mal feiern die Isländer ihr Team an der diesjährigen EM. Dann ist es vorbei, die Wiesen am Hügel leeren sich.

Traurig und glücklich zugleich

Sechs Tage haben die Isländerinnen und Isländer gehofft, ihrer Mannschaft möge nach dem Sieg im Achtelfinal gegen England ein weiterer Coup gelingen. Doch bereits nach der ersten Halbzeit zeigt sich, der Traum droht zu platzen. 4:0 steht es für die Franzosen. Ihre Überlegenheit ist deutlich und das Spiel entschieden. Die Isländer können zwar noch zwei Treffer erzielen, doch Frankreichs Sieg ist nie gefährdet. Das Überraschungsteam der EM ist auf den Boden der Realität zurückgekehrt. Die Sympathien, die dem Aussenseiter aus dem Ausland zugeflogen sind, werden bleiben.

Was ein echter Island-Fan ist, lässt sich auch von einem Rückstand nicht entmutigen. (Bild: Marion Loher)
Auch die Kleinsten sind voll dabei. (Bild: Marion Loher)
Ernüchterung bereits während der ersten Halbzeit. (Bild: Marion Loher)
Grossaufmarsch am Public Viewing für den Match Island - Frankreich. (Bild: Marion Loher)
Während der Nationalhymne. (Bild: Marion Loher)
Von Kopf bis Fuss auf Island eingestellt. (Bild: Marion Loher)
Die isländische Nati ist in der Heimat omnipräsent. (Bild: Marion Loher)
Eine Insel im Fussballfieber. (Bild: Marion Loher)
Fanartikel sind auf Island derzeit sehr gefragt. (Bild: Marion Loher)
30 Minuten vor Beginn des Viertelfinals gegen Frankreich beim Publick Viewing in Island. (Bild: Marion Loher)
Die isländischen Fans heizen sich beim Public Viewing ein. (Bild: Marion Loher)
Die Fans in Island stimmen sich auf den Match gegen Frankreich ein. (Bild: Marion Loher)
Vor dem Spiel waren die Anhänger noch guter Dinge. (Bild: Marion Loher)
Am Public Viewing waren auch viele Deutsche anzutreffen. (Bild: Marion Loher)
Reykjavik, 23 Uhr... (Bild: Marion Loher)
Der EM-Viertelfinal zwischen Deutschland und Italien zog auch die Menschen in Island in seinen Bann. (Bild: Marion Loher)
Im Barbershop von Ragnar Heidar Hardarson. (Bild: Marion Loher)
Auch in Island sind Public Viewings zur EM beliebt. (Bild: Marion Loher)
Gebannt verfolgen die Menschen in Reykjavik das Spiel Polen - Portugal im Public Viewing. (Bild: Marion Loher)
Der Blick auf den Hafen. (Bild: Marion Loher)
Die Sicht auf das "Downtown" von Reykjavik. (Bild: Marion Loher)
Die Einkaufsstrasse von Reykjavik. (Bild: Marion Loher)
Eine gefährliche Fahrbahntrennung. (Bild: Marion Loher)
Harpa: Das Konzerthaus am Hafen. (Bild: Marion Loher)
Junge Isländer in der Stadt. (Bild: Marion Loher)
Krawatte binden soll gelernt sein. (Bild: Marion Loher)
Eine Wandmalerei in Reykjavik. (Bild: Marion Loher)
Wer vermisst seine Laufschuhe? (Bild: Marion Loher)
Zwei Aluminiumoxid-Silos bei Hafnarfjördur. (Bild: Marion Loher)
Auf der Vulkaninsel gibt es auf Schritt und Tritt Hinweise, dass in Frankreich derzeit Fussball gespielt wird - die Top-Leistungen der Isländer lassen grüssen. (Bild: Marion Loher)
Blau ist eine dominierende Farbe in Island - auch bei diesem Velo. (Bild: Marion Loher)
Die Hallgrimskirche: Das Wahrzeichen der Stadt. (Bild: Marion Loher)
Willkommen im Café Babalú... (Bild: Marion Loher)
Impression nach der Ankunft in Island. (Bild: Marion Loher)
Eine Kirche im ganz speziellen Design. (Bild: Marion Loher)
35 Bilder

Island hautnah erlebt

"Amazing fans"

Bei den isländischen Fans hält sich die Enttäuschung in Grenzen. "Ich bin nur über die Höhe der Niederlage enttäuscht", sagt ein Mann, der sich in eine Islandflagge gehüllt hat, "nicht aber über die Leistung, welche die Mannschaft heute und während der ganzen EM gezeigt hat." Für das Land sei es ein sensationelles Turnier gewesen, das, so hofft der Isländer, noch nachhallen werde. Und die Fans seien "amazing". Fantastisch.

Drei junge Frauen können ihre Gefühle so kurz nach Spielende noch nicht richtig einordnen. "Wir schwanken noch zwischen traurig, weil wir verloren haben, und glücklich, weil wir zu Europas Top acht gehören", sagen sie und verstauen die blau-weiss-roten Fähnchen in ihrem Rucksack. Eines aber wissen die drei ganz genau: "Wir sind stolz auf unser Land und unsere Mannschaft."

Mannschaft kommt heute zurück

Zum zweiten Mal an dieser EM war der Adlerhügel in Reykjavik zur Public-Viewing-Arena umfunktioniert worden. Die Hauptstrasse wurde für Busse und Autos abgesperrt, die Grossleinwand auf eben dieser Strasse aufgebaut. 20 000 Fans kamen zum gemeinsamen Fussballschauen, rund 5000 mehr als am vergangenen Montag beim Spiel gegen England. Bereits Stunden vor dem Anpfiff dominierten in der Innenstadt Reykjaviks die isländischen Nationalfarben blau-weiss-rot. Die Stimmung war friedlich und entspannt. Es gab ein paar Hu-Gesänge, die aber mehr für die ausländischen Fernsehstationen inszeniert waren.

Heute dürfte es in Reykjavik noch einmal zu einem Publikumsaufmarsch kommen. Denn: Gegen 19 Uhr isländische Zeit soll die Mannschaft von Lars Lagerbäck und Heimir Hallgrímsson beim Adlerhügel eintreffen und gefeiert werden. Die Fans werden Gunnarsson, Bjarnason und Co. mit Sicherheit einen unvergesslichen Empfang bereiten. Áfram Ísland – Vorwärts Island.

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