Brasilien
Blendgranaten und Gummischrot gegen WM-Demonstranten

Wenige Stunden vor dem Beginn der Fussball-Weltmeisterschaft in Brasilien hat die Polizei in São Paulo mit Blendgaranten und Gummigeschossen eine Demonstration von WM-Gegnern aufgelöst. Mindestens ein Demonstrant wurde festgenommen.

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Proteste gegen WM in São Paolo
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Proteste gegen WM in São Paolo
Proteste gegen WM in São Paolo

Proteste gegen WM in São Paolo

Keystone

Rund 60 Demonstranten versammelten sich am Donnerstag bei einer U-Bahnstation und wollten mit einem Transparent mit der Aufschrift "Wenn wir keine Rechte haben, wird es keine Meisterschaft geben" auf einer grossen Strasse zum Corinthians-Stadion marschieren, wie ein AFP-Reporter berichtete. In dem Stadion finden am Abend die WM-Eröffnungsfeier und das Auftaktspiel Brasilien gegen Kroatien statt.

Die Militärpolizisten schritten sofort ein, noch bevor sich die Demonstranten in Bewegung setzten. "Die Meisterschaft wird nicht stattfinden" skandierte die Menge.

Kritik an hohen Kosten

Streiks an Flughäfen

Seit dem frühen Donnerstagmorgen arbeitet in Rio ein Fünftel des Flughafen-Bodenpersonals nicht mehr. Laut der Gewerkschaft verlangen die Arbeiter bis zu zwölf Prozent mehr Lohn, Bonus-Zahlungen während der WM und bessere Arbeitsbedingungen. Betroffen sind Rios internationaler Flughafen Galeão sowie der Inland-Flughafen Santos Dumont und der Flughafen Jacarepagua, von wo aus Charter-Maschinen starten und landen. Die erste Partie in Rio findet am Sonntag zwischen Argentinien und Bosnien-Herzegowina stat

Zudem gibt es immer wieder Streiks im Nahverkehr und im Bildungswesen, zuletzt trat das Bodenpersonal an den drei Flughäfen von Rio de Janeiro in den Streik. Präsidentin Dilma Rousseff hatte angekündigt, dass Demonstrationen während des WM-Turniers zugelassen würden, solange sie friedlich verliefen.

Riesiges Polizeiaufgebot

In den zwölf WM-Gastgeberstädten sollen 157'000 Polizisten und Soldaten für Sicherheit sorgen. Darüber hinaus wurden 20'000 Sicherheitsleute von Privatfirmen für die Stadien angeheuert.

120 Polizisten aus 40 Staaten arbeiten mit den brasilianischen Kollegen zusammen, etwa um Hooligans zu identifizieren. Die Kosten dafür belaufen sich auf umgerechnet fast 750 Millionen Franken.