BOSTON: Bombenanschlag von Boston ängstigt die Welt

Der Bombenanschlag von Boston hat weltweit Entsetzen ausgelöst und Ängste vor einer neuen Terrorwelle geschürt. Das Weisse Haus geht von einem Terroranschlag aus.

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In New York patrouilleren Polizisten mit Hunden in der Pennsylvania Station. (Bild: Keystone)

In New York patrouilleren Polizisten mit Hunden in der Pennsylvania Station. (Bild: Keystone)

Zunächst bekannte sich niemand zu der Tat. -US-Präsident Barack Obama kündigte an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

Es handelte sich um die ersten tödlichen Bombenanschläge in den USA seit den Terrorangriffen vom 11. September 2001. Unter den Toten ist auch ein achtjähriger Knabe. Schweizer kamen nach bisherigen Erkenntnissen nicht zu Schaden.

UNO-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte die «sinnlose Gewalt». Kremlchef Wladimir Putin sprach von einem barbarischen Verbrechen und forderte eine aktive Koordination des weltweiten Anti- Terror-Kampfs. Auch Bundesrat Didier Burkhalter, die deutsche Kanzlerin Angela Merkel, NATO-Generalsekretär Anders Fogh Rasmussen, EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy und der britische Premierminister David Cameron reagierten schockiert.

Eher einheimische Extremisten

In mehreren TV-Sendern äusserten Experten die Vermutung, dass die Tat eher auf das Konto einheimischer Extremisten gehen dürfte und es sich wohl nicht um eine internationale Terroraktion gehandelt habe. So sei der Angriff augenscheinlich zwar sorgfältig geplant, aber die Sprengsätze seien nicht sehr ausgeklügelt gewesen. Sonst hätte es weitaus mehr Todesopfer gegeben, so die einhellige Meinung der Fachleute.

«Jeder Vorfall mit mehreren Sprengsätzen - wie es in diesem Fall erscheint - ist klar ein Terrorakt und wird als Terrorakt behandelt», erklärte ein Sprecher des Weissen Hauses. Im Zuge einer gründlichen Untersuchung müsse geklärt werden, ob der Angriff auf das Konto von ausländischen oder einheimischen Terroristen gehe.

Bild: Keystone
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Boston Marathon Explosion (Bild: Keystone)
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Bostons Polizeichef Ed Davis wies Berichte zurück, nach denen ein Tatverdächtiger gefasst worden sei. Es würden mehrere Menschen vernommen, bestätigte Davis lediglich. Der Polizeichef und Vertreter der Bundespolizei FBI wollten sich auch nicht zu Berichten äussern, nach denen bis zu fünf weitere nicht explodierte Sprengsätze entdeckt worden seien.

Präsident Obama sprach in seiner kurzen Rede von einer «Tragödie». «Wir finden heraus, wer das war. Wir werden sie zur Rechenschaft ziehen», sagte er im Weissen Haus in Washington.

Explosionen in der Nähe des Ziels

Die Explosionen ereigneten sich binnen 12 Sekunden in der Nähe der Ziellinie. US-Sender zeigten Bilder von Rauchsäulen und fliehenden Menschen. Rettungskräfte brachten Verletzte auf Tragen zu Krankenwagen. Kliniksprecher berichteten von Opfern, denen Gliedmassen abgerissen worden seien.

Bereits Stunden vor den Explosionen hatten die ersten Läufer die Ziellinie überquert. «Ich hörte zwei sehr laute Explosionen», berichtete ein Augenzeuge.

Kurz nach den Explosionen schalteten die Behörden vorübergehend das Mobilfunknetz in Boston ab, um mögliche Fernzündungen weiterer Sprengsätze zu verhindern. Auch der Luftraum über der 625'000 Einwohner-Stadt wurde zwischenzeitlich gesperrt. In anderen grösseren US-Städten wurden die Sicherheitsvorkehrungen an strategisch wichtigen Orten ebenfalls verstärkt.

Sicherheitskonzepte überprüfen

Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 finden grosse Sportveranstaltungen in den USA unter strengsten Vorkehrungen statt. Der Boston-Marathon gehört zu den populärsten Rennen an der amerikanischen Ostküste. In diesem Jahr war die letzte Meile des Boston-Marathons den Opfern des Amoklaufs von Newtown gewidmet.

Die Organisatoren mehrerer grosser Sportveranstaltungen kündigten eine Überprüfung ihrer Sicherheitskonzepte an. Der London-Marathon soll wie geplant am kommenden Sonntag stattfinden, wie Chef- Organisator Nick Bitel dem Sender BBC sagte. Die Organisatoren der Leichtathletik-Weltmeisterschaft im August in Moskau kündigten zusätzliche Kontrollen der Besucher an.

sda/dpa/reuters