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BRAND: Flüchtlingscamp in Frankreich niedergebrannt

Ein Feuer hat in Nordfrankreich ein Flüchtlingslager zerstört. Zuvor war es zu Kämpfen zwischen kurdischen und afghanischen Flüchtlingen gekommen. Seit der Schliessung des «Dschungels von Calais» haben die Spannungen in dem Camp zugenommen.

Bei einem Grossbrand ist ein Flüchtlingslager in Nordfrankreich fast vollständig zerstört worden. Mehrere Personen wurden verletzt. In dem Lager in Grande-Synthe bei Dünkirchen brannten in der Nacht auf gestern die meisten der 300 Flüchtlingsunterkünfte nieder, wie die Behörden mitteilten. «Es müssen an mehreren Stellen Feuer gelegt worden sein, anders ist das nicht möglich», sagte der Büroleiter des Bürgermeisters von Grande-Synthe, Olivier Caremelle, der Nachrichtenagentur AFP. «Vermutlich gibt es eine Verbindung zu Kämpfen zwischen Irakern und Afghanen.» Näheres müssten die Ermittlungen noch zeigen.

Der zuständige Präfekt Michel Lalande sagte, das 2016 errichtete Lager sei in einen «Haufen Asche» verwandelt worden. Die Errichtung neuer Flüchtlingsunterkünfte sei dort unmöglich.

In dem Lager am Ärmelkanal, in dem rund 1500 Flüchtlinge lebten, hatten sich irakische Kurden und Afghanen am Montag heftige Kämpfe geliefert. Daran beteiligt waren nach Polizeiangaben 600 Flüchtlinge.

Notunterkünfte in Turnhallen

Die Regierung kündigte eine Untersuchung des Hergangs an. Das Lager wurde vollständig evakuiert. Die Flüchtlinge sollten zunächst in Notunterkünften untergebracht werden. Die Stadt Grande-Synthe stellte bereits zwei Turnhallen zur Verfügung.

Die Spannungen in Grande-Synthe hatten nach der Schliessung des Flüchtlingslagers im 40 Kilometer entfernten Calais im vergangenen Herbst zugenommen. Zahlreiche afghanische Flüchtlinge kamen nach dem Abriss des «Dschungels» von Calais nach Grande-Synthe. Das führte zu Konflikten mit bereits dort lebenden kurdischen Flüchtlingen.

Innenminister Bruno Le Roux hatte erst vor einigen Wochen inakzeptable Zustände beklagt, darunter die Erpressung von Geld für den Zugang zu den Duschen. Der Staat verlängerte Mitte März die Finanzierung des Camps bis Ende August – unter der Bedingung, die Zahl der Bewohner auf 700 zu reduzieren und das Lager besser zu sichern, um gegen Schleuser vorgehen zu können.

Die Präsidentschaftskandidatin des rechtsextremen Front National, Marine Le Pen, nutzte den Brand in Grande-Synthe umgehend für ihren Wahlkampf. «Das Chaos muss beendet werden», so Le Pen und wiederholte ihre Ankündigung, sie würde nach einem Wahlsieg die Flüchtlingslager schliessen und die Grenzen dichtmachen. (sda)

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