BRAUNSCHWEIG: Karnevalsumzug wegen Terrorgefahr abgesagt

Unter Verweis auf eine terroristische Gefährdung hat die Polizei den Braunschweiger Karnevalsumzug wenige Stunden vor Beginn abgesagt. Aus zuverlässigen Quellen sei bekannt geworden, dass eine «konkrete Gefährdung durch einen Anschlag mit islamistischem Hintergrund» vorliege, teilte die Polizei am Sonntag mit.

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Mit einer zumindest fragwürdigen Verkelidung wollte dieser mit einem «Red Bull Sprengürtel» ausgerüstete Scheich am Karnevalsumzug in Braunschweig teilnehmen. (Bild: EPA)

Mit einer zumindest fragwürdigen Verkelidung wollte dieser mit einem «Red Bull Sprengürtel» ausgerüstete Scheich am Karnevalsumzug in Braunschweig teilnehmen. (Bild: EPA)

Der Umzug hätte eigentlich um 12.20 Uhr beginnen sollen. Nach Angaben der Veranstalter ist er der grösste Karnevalsumzug in Norddeutschland.

Die Polizeidirektion habe die Entscheidung zur Absage des Zugs nach Abstimmung mit Oberbürgermeister Ulrich Markurth und Zugmarschall Gerhard Baller getroffen, hiess es in einer Erklärung der Polizei. Sie rief Karnevalisten auf, die Umzugsstrecke nicht aufzusuchen beziehungsweise gar nicht erst die Reise nach Braunschweig anzutreten.

Oberbürgermeister Markurth sprach von einem «traurigen Tag für unsere Stadt». Es sei auch «ein trauriger Tag für unsere demokratische Gesellschaft», sagte Markurth zu NDR.de. «Die Einschätzung der Polizei liess eine andere Entscheidung allerdings nicht zu.» Die Musikzüge sollten nun ab 14.00 Uhr in der Stadthalle auftreten. «Wir werden weiter Karneval feiern», sagte Markurth.

Der Braunschweiger Karneval - bekannt als «Schoduvel» - lockt jedes Jahr zehntausende Menschen in die Stadt. Die Veranstalter erwarteten bis zu 250'000 Besucher. Mehr als 4000 Mitwirkende sollten einen sechs Kilometer langen Zug durch die Innenstadt bilden.

sda