Breivik-Richter kritisieren psychologische Gutachter

In Norwegen haben die Richter im Breivik-Prozess in ihrer Urteilsbegründung das rechtspsychologische Gutachten kritisiert, das den Attentäter für unzurechnungsfähig erklärt. Die Experten hätten nicht genug Gewicht auf Breiviks politische Einstellung gelegt.

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Das sagte die Vorsitzende Richterin Wenche Elizabeth Arntzen am Freitag. Ein zweites Gutachter-Team war zur genau entgegengesetzten Einschätzung gelangt.

Breiviks Äusserung, er befinde sich im Bürgerkrieg, müsse beispielsweise nicht zwingend als Anzeichen für eine Psychose gewertet werden, sondern könne auch im politischen Kontext gesehen werden. «Das Gericht ist der Meinung, dass der Angeklagte keine Zwangsvorstellungen im klinischen Sinne hatte», sagte Arntzen. (sda)