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Pakistan: Brisantes Buch könnte Wahl entscheiden

Die Memoiren von Reham Khan sind noch nicht publiziert. Doch sie bereiten schon jetzt vielen Bauchweh. Vor allem ihrem Ex-Mann, Cricketlegende Imran Khan.
Ulrike Putz, Singapur
Imran Khan und seine Ex-Frau Reham Khan. Bild: EPA (Islamabad, 8. Januar 2015)

Imran Khan und seine Ex-Frau Reham Khan. Bild: EPA (Islamabad, 8. Januar 2015)

Es war eine kurze Liebe, und sie stand unter keinem guten Stern: Als die pakistanische Cricketlegende Imran Khan im Januar 2015 die 20 Jahre jüngere, pakistanischstämmige Britin Reham Nayyar heiratete, war klar, dass die beiden eine kritisch beäugte Ehe im Rampenlicht führen würden. Khan war ein Sportler von Weltklasse, den es nach dem Ende seiner Sportlerkarriere in die pakistanische Politik zog. Sie hingegen war eine moderne Frau, geschiedene Mutter von drei Kindern, die in der Wetterredaktion der BBC ihre Familie ernährte: nicht die Art Frau, welche die patriarchalischen Pakistaner an der Seite ihres verehrten Nationalhelden sehen wollten.

Und so dauerte es keinen Tag, bis die Braut die Nation gegen sich aufbrachte. In ihrem ersten Interview als Frischvermählte berichtete Reham über die Schläge, die sie von ihrem ersten Ehemann bezogen hatte: ein Tabubruch, nach dem die 42-Jährige für die Mehrheit der Pakistaner nur noch als Nestbeschmutzerin und Querulantin galt. «Eine ganze Nation benahm sich mir gegenüber wie eine boshafte Schwiegermutter», erinnert sich Reham heute.

Das schlechte Image Rehams stand den grossen politischen Ambitionen ihres Ehemanns im Wege, und so ging die Ehe der Khans nach nur neun Monaten krachend in die Brüche. «Ich habe grössten Respekt vor Rehams gutem Charakter», twitterte Imran Kahn noch über seine Ex, dann sollte das unschöne Kapitel abgeschlossen sein.

Doch Reham hatte andere Pläne: Die Journalistin und Frauenrechtlerin schrieb ein Buch mit Lebenserinnerungen. Es hat das Potenzial, den Ausgang der auf den 25. Juli angesetzten Wahlen in Pakistan zu entscheiden. In denen will Imran Khan endlich seinen langgehegten Traum erfüllen, die von ihm gegründete Partei Pakistan Tehreek-e Insaf (PTI) zum Wahlsieg führen und Premierminister werden. Und tatsächlich sah es bislang so aus, als habe er gute Chancen, die unter Druck geratene Regierungspartei Pakistan Muslim League (PML-N) in Islamabad abzulösen.

Doch nun ist das alles in Frage gestellt. Die Auszüge aus Rehams Buch, die angeblich durch Hacker öffentlich gemacht wurden, können Khan grossen politischen Schaden zuzufügen. In den Textbausteinen wird er als Opportunist beschrieben, als Wendehals, der früher als Partylöwe der Londoner Schickeria Schlagzeilen machte und heute aus reinem Eigennutz islamistische Hardliner hofiert. Als ein Mann ohne Skrupel, der zum eigenen Vorteil mit dem Militär gemeinsame Sache machen und dabei helfen würde, die zivilen Institutionen Pakistans zu demontieren. Einer, dessen Saubermann­image des Selfmademans, mit dem Khan bei den von der korrupten Politikerkaste Enttäuschten zu punkten versucht, nur Fassade ist: Auch ihr Ex-Mann habe geschmiert, bestochen und gemauschelt, schreibt Reham.

Khans Parteigänger haben die Erscheinung des brisanten Buches bis heute durch Gerichtsbeschlüsse verhindern können. Sie wettern, dass Reham im Dienste der Regierungspartei zur Feder gegriffen habe und das Buch Teil einer grossangelegten Schmutzkampagne gegen Khan sei. Reham weist das weit von sich. Klar ist, dass Reham sich mit mächtigen Gegnern angelegt hat: Das in Pakistan alle Fäden in der Hand haltende Militär hat signalisiert, dass es Khans Kandidatur unterstützt. Reham Khan lebt in diesen Tagen gefährlich.

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