BRÜSSEL: Medien ziehen Berichte über Festnahme von Hauptverdächtigem zurück

Belgische Medien haben Informationen über die Festnahme eines Hauptverdächtigen der Brüsseler Anschläge zurückgezogen. Mehrere Zeitungen und Rundfunksender erklärten am Mittwoch, die von ihnen verbreitete Information, dass im Brüsseler Viertel Anderlecht Najim Laachraoui gefasst worden sei, werde nun von der Polizei dementiert.

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Mit diesem Fahndungsfoto hat die Polizei den Verdächtigen gesucht. (Bild: EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE)

Mit diesem Fahndungsfoto hat die Polizei den Verdächtigen gesucht. (Bild: EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE)

Bei den Anschlägen im Flughafen und in einer U-Bahn-Station im Europaviertel waren am Dienstag mehr als 30 Menschen getötet und rund 250 weitere verletzt worden.
 
«Im Gegensatz zu unserer Ankündigung ist der Mann, der in Anderlecht festgenommen wurde, nicht Najim Laachraoui», erklärte die Zeitung «La Derniere Heure» am Mittag, von der die Information als erstes verbreitet worden war. Der Sender RTL, der auch über die Festnahme berichtet hatte, äusserte sich ähnlich.
 
Die Medien blieben aber dabei, dass es eine Festnahme in Anderlecht gegeben habe. Die Staatsanwaltschaft will sich in Kürze bei einer Medienkonferenz zum Stand der Ermittlungen äussern.
 
Den nun zurückgezogenen Berichten zufolge sollte Najim Laachraoui einer der Verdächtigen sein, der auf einem am Flughafen aufgenommenen Fahndungsfoto mit zwei mutmasslichen Selbstmordattentätern zu sehen war.
 
Der 24-Jährige wurde bisher verdächtigt, an den Anschlägen von Paris im November beteiligt gewesen zu sein. Seine DNA-Spuren wurden laut französischen Ermittlern auf Sprengstoff entdeckt, der an mehreren Stellen in Paris verwendet wurde.

 

Zwei Brüder sollen Brüsseler Attentäter sein

Die Brüder Khalid und Brahim El Bakraoui sind als Selbstmordattentäter identifiziert. Sie haben sich offenbar in Brüssel in die Luft gesprengt. (Bild: EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE)

Die Brüder Khalid und Brahim El Bakraoui sind als Selbstmordattentäter identifiziert. Sie haben sich offenbar in Brüssel in die Luft gesprengt. (Bild: EPA/BELGIAN FEDERAL POLICE)

Terrorismus - Belgien. (sda)  Die Brüder Ibrahim und Khalid El Bakraoui sollen nach belgischen Medienangaben sowohl den Anschlag am Brüsseler Flughafen als auch das U-Bahn-Attentat verübt haben.

Die belgischen Sender RTBF und VRT meldeten am Mittwoch, nur einer der Brüder sei auf den Bildern einer Überwachungskamera am Flughafen identifiziert worden. Der andere soll kurze Zeit später eine Bombe in einem U-Bahnzug an der Station Maelbeek gezündet haben.

Zunächst hatte RTBF unter Berufung auf Polizeiquellen gemeldet, zwei der drei Terrorverdächtigen auf den Bildern vom Flughafen seien als die beiden Brüsseler Brüder identifiziert worden. Sie hätten sich demnach beide als Selbstmordattentäter am Flughafen in die Luft gesprengt.

Einer der drei gefilmten Männer ist noch auf der Flucht. Bei den beiden Anschlägen kamen am Dienstag nach offiziellen Angaben mindestens 31 Menschen ums Leben und fast 260 wurden verletzt.

Khalid El Bakraoui und sein Bruder Ibrahim, der auch Brahim genannt wird, sind wegen krimineller Taten polizeibekannt. Eine Verbindung der beiden zum Terrorismus war bisher unbekannt. Eine offizielle Mitteilung der Ermittler zu den Tatverdächtigen steht bisher aus.

Khalid El Bakraoui hatte demnach unter falscher Identität auch eine Wohnung im Brüsseler Stadtteil Forest angemietet, wo es bereits am Dienstag vergangener Woche bei einer Hausdurchsuchung zu einer Schiesserei mit der Polizei kam. Ein mutmasslicher Terrorist kam dabei ums Leben, zwei Verdächtige flüchteten.

Zuvor hatte die Zeitung "La Dernière Heure" die beiden Brüder mit dem am Freitag nach der Hausdurchsuchung festgenommenen Salah Abdeslam in Verbindung gebracht. Abdeslam wird eine Beteiligung an den Pariser Anschlägen vom 13. November mit 130 Toten vorgeworfen.
 

Die Fassade der Empfangshalle am Brüsseler Flughafen Zaventem ist völlig in Brüche gegangen. (Bild: AP / Peter Dejong)
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Die Zerstörung im Flughafen von Brüssel zeigt die Wucht der Bombenexplosionen. (Bild: Twitter)
Zwei verwundete Frauen, Opfer der Bomben am Flughafen. (Bild: Ketevan Kardava/ via AP)
Wuchtige Explosionen: Das Bild zeigt im Hintergrund die völlig zerborstene Empfangshalle des Flughafens Zaventem. (Bild: EPA/OLIVIER HOSLET)
Unter Schock: Airline-Angestellte, nachdem sie sich in Sicherheit gebracht haben. (Bild: EPA/OLIVIER HOSLE)
Angestellte verlassen das Flughafenareal. (Bild: EPA/OLIVIER HOSLET)
Das Entsetzen steht zwei Swissport-Mitarbeiterinnen ins Gesicht geschrieben. (Bild: Ap Foto / Geert Vanden Wijngaert)
Ein Sicherheitsmann weist den Weg. (Bild: OLIVIER HOSLET)
Zu einer weiteren Explosion kam es in der U-Bahn Maelbeek. Auch hier waren Tote und Verletzte zu beklagen. (Bild: EPA / Francesco Calledda)
Dieser U-Bahn-Wagen wurde für viele zur Todesfalle. (Bild: Twitter @alxdm)
Passagiere verlassen die U-Bahn bei der Station Schuman. (Bild: Twitter @evanlamos)
Nach der Explosion an der Metrostation Maelbeek im Zentrum von Brüssel: Sanitäter kümmern sich an der betroffenen Metrostation um eine verletzte Person. (Bild: APTN via AP)
Ein Mann trauert um Opfer des Terroranschlags. (Bild: AP Photo / Geert Vanden Wijngaert)
Auf dem Platz vor der Börse in Brüssel schreiben zwei Frauen ihre Botschaft der Solidarität. (Bild: AP Photo / Geert Vanden Wijngaert)
Die Anteilnahme ist sehr gross. (Bild: CHRISTOPHE PETIT TESSON)

Die Fassade der Empfangshalle am Brüsseler Flughafen Zaventem ist völlig in Brüche gegangen. (Bild: AP / Peter Dejong)

Der Place de la Bourse vor der Brüsseler Börse war in der Nacht Ort der Trauer und der Solidarität. (Bild: EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON)
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Zwei Menschen in Betroffenheit. (Bild: EPA/YOAN VALAT)
Kerzen und Blumen. (Bild: EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON)
Eine Frau zünden eine Kerze an. (Bild: EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON)
Ihr Wunsch: Mehr glitzernde Sterne über dem Himmel von Brüssel. (Bild: EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON)
Solidarität in Paris: «Franzosen zusammen mit Belgiern» lautet simpel und einfach die Botschaft auf dem Transparent. (Bild: EPA/ETIENNE LAURENT)
Solidarität an der griechisch-mazedonischen Grenze: Ein Mann im Flüchtlingscamp Idomi im stillen Protest: «Betet für Belgien». (Bild: EPA / ARMANDO BABANI)
Solidarität in den USA: Das Baseball-Team «Minnesota Twins» gedenkt vor einem Spiel der Opfer von Brüssel. (Bild: AP Photo / Tony Gutierrez)
Eine Frau und ein Kind stellen eine Kerze vor die belgische Botschaft in Budapest. (Bild: Balazs Mohai/MTI via AP)
Zeichen der Solidarität vor der belgischen Botschaft in Berlin. (Bild: EPA/PAUL ZINKEN)
Menschen haben Blumen bei den Fenstern des belgischen Konsulats in in St. Petersburg gelegt. (Bild: EPA / ANATOLY MALTSEV)
Menschen bringen Blumen und Kerzen zur belgischen Botschaft in Warschau. (Bild: EPA/BARTLOMIEJ ZBOROWSKI)
In den belgischen Nationalfarben beleuchtet: Das Brandenburger Tor in Berlin … (Bild: AP Photo / Markus Schreiber)
… der Trevi-Brunnen in Rom, … (Bild: AP Photo / Andrew Medichini)
… das Denkmal Los Arcos in Guadalajara, Mexico, … (Bild: EPA/ULISES RUIZ BASURTO)
… das One World Trade Center in New York, … (Bild: AP Photo / Frank Franklin II)
… die Blue Bridge in Grand Rapids, Michigan, … (Bild: (Nick Gonzales/The Grand Rapids Press via AP)
… das Stadthaus von Lissabon, … (Bild: EPA / ANTONIO COTRIM)
… der Burj Khalifain Dubai, … (Bild: EPA / ALI HAIDER)
… Der Kulturpalast in Warschau, … (Bild: AP Photo / Czarek Sokolowski)
… das Kapitol in Rom, … (Bild: AP Photo / Andrew Medichini)
… das Nagyardei Stadium in Debrecen, … (Bild: Balazs Mohai/MTI via A)
… der Neptunbrunnen in Florenz, … (Bild: EPA / MAURIZIO DEGL' INNOCENTI)
… das Stadthaus in San Francisco, … (Bild: EPA / JOHN G. MABANGLO)
… und der Eiffelturm in Paris. (Bild: EPA / IAN LANGSDON)
Am Hauptsitz der EU in Brüssel wehen die Fahnen auf Halbmast. (Bild: AP Photo / Virginia Mayo)

Der Place de la Bourse vor der Brüsseler Börse war in der Nacht Ort der Trauer und der Solidarität. (Bild: EPA/CHRISTOPHE PETIT TESSON)

sda