Bundesanwaltschaft übernimmt Ermittlungen zu Geiselnahme in Köln

Zwei Tage nach dem Brandanschlag und der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof hat die Bundesanwaltschaft die Ermittlungen an sich gezogen.

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Polizei-Einsatzkräfte stehen Wache vor einer Apotheke am Kölner Hauptbahnhof. Am Hauptbahnhof hatte am 15. Oktober ein Mann eine Geisel genommen und zuvor in einem Restaurant einen Molotow-Cocktail gezündet. (Bild: Sascha Steinbach/EPA (Köln, 16. Oktober 2018))

Polizei-Einsatzkräfte stehen Wache vor einer Apotheke am Kölner Hauptbahnhof. Am Hauptbahnhof hatte am 15. Oktober ein Mann eine Geisel genommen und zuvor in einem Restaurant einen Molotow-Cocktail gezündet. (Bild: Sascha Steinbach/EPA (Köln, 16. Oktober 2018)) 

(sda afp) Das sagte eine Sprecherin der Kölner Polizei am Mittwoch. Die Ermittler gehen einem Anfangsverdacht auf einen terroristischen Anschlag nach.

Ein 55-jähriger Syrer hatte am Montag zunächst in einem Schnellrestaurant eine Explosion ausgelöst. Anschliessend nahm er in einer Apotheke eine Frau als Geisel.

Als dieser die Frau anzünden wollte, stürmten Spezialeinheiten der Polizei die Apotheke und streckten den Geiselnehmer mit Schüssen nieder. Auch die Geisel wurde verletzt, konnte das Spital aber schon wieder verlassen. Bei dem Brandanschlag fing die Kleidung eines 14-jährigen Mädchens Feuer, sie musste mehrfach operiert werden.

Der Täter lebt laut Polizei seit März 2015 in Deutschland und ist seitdem unter anderem wegen Drogen-, Diebstahls- und Betrugsdelikten aufgefallen. Der anerkannte Flüchtling habe eine Aufenthaltserlaubnis bis Juni 2021. Nach Angaben der Ermittler leben auch der Bruder des Manns und sein Sohn in Deutschland. Seine Frau soll sich aber noch in Syrien aufhalten.

Geiselnehmer von Köln ist 55-Jähriger Syrer

Bei dem Geiselnehmer von Köln handelt es sich um einen 55-jährigen Syrer, dessen Ausweis am Tatort gefunden wurde. Dies sei inzwischen «zweifelsfrei» erwiesen, teilte die Polizei mit. Er lebe seit März 2015 in Deutschland, die meiste Zeit in Köln.