Serbien
Bürgermeister beschimpft Flüchtlinge: «Keine Intelligenz, keine Kultur»

Der Bürgermeister der serbischen Stadt Kanjiza, Mihalj Bimbo, hat Zehntausende Flüchtlinge in seiner Gemeinde wüst beschimpft. Die Medien sind entsetzt.

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Syrische Flüchtlinge nahe der serbischen Stadt Kanjiza auf dem Weg zur ungarischen Grenze.

Syrische Flüchtlinge nahe der serbischen Stadt Kanjiza auf dem Weg zur ungarischen Grenze.

Keystone

"Diese Ausländer besitzen nicht die grundlegendsten Elemente allgemeiner Intelligenz und Kultur", sagte der Politiker nach Berichten der Zeitungen vom Samstag in Belgrad.

"Sie entweihen unsere Friedhöfe und Gräber und vernichten unsere Parks, Äcker und Obstgärten", heisst es in der Erklärung.

Die Grenzgemeinde Kanjiza ist die letzte serbische Station für Flüchtlinge aus Syrien, Afghanistan und Pakistan auf ihrem Weg nach Ungarn und weiter nach Westeuropa.

Flucht aus Ungarn

Die Medien reagierten entsetzt. "Schwachkopf des Jahres", überschrieb die Zeitung "Kurir" ihren Bericht: "Er hasst die Migranten, obwohl er selbst Asyl in Serbien erhalten hatte". Das Blatt spielte damit auf die Flucht der Familie des Bürgermeisters aus dem benachbarten Ungarn nach dem Volksaufstand gegen das kommunistische Regime 1956 an.

Auch die Regierungszeitung "Politika" verurteilte die "rassistischen Beschimpfungen" des Bürgermeisters.

"Serbien kann seine Bürger nicht mehr schützen", behauptete der Politiker weiter und rief seine Landsleute auf: "Wir können das nicht weiter erdulden und müssen uns zusammenschliessen". "Ich fürchte, wir müssen die Lösung dieser unglücklichen Situation in unsere eigenen Hände nehmen."