Frankreich
Burkini-Streit: Hollande lehnt nationales Verbot ab

Im Streit um Ganzkörper-Badeanzüge für Musliminnen lehnt Frankreichs Staatspräsident François Hollande eine neue Gesetzgebung ab. Diese wird von den Konservativen in der Opposition gefordert.

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Eine Frau in einem Burkini an einem Strand im südfranzösischen Marseille. (Archiv)

Eine Frau in einem Burkini an einem Strand im südfranzösischen Marseille. (Archiv)

Keystone/AP ap/

Hollande sagte am Donnerstag in Paris in einer klaren Anspielung, es werde in seiner Amtszeit keine "Gelegenheits-Gesetzgebung" geben. Diese wäre ebenso unanwendbar wie verfassungswidrig.

Ex-Staatspräsident Nicolas Sarkozy, der 2017 den Élysée-Palast zurückerobern will, hatte in der Burkini-Debatte ein nationales Gesetz gefordert. Zudem sollten äussere Zeichen einer Religionszugehörigkeit verboten werden, forderte der Konservative mit Blick auf Schulen, Universitäten, Verwaltungen oder Unternehmen.

Frankreich führte im Sommer eine hitzige Debatte um Burkinis an Stränden; der Streit spaltete auch die Regierung von Ministerpräsident Manuel Valls. Ende vergangenen Monats kippte dann das höchste Verwaltungsgericht des Landes ein kommunales Burkini-Verbot - seitdem sind die meisten örtlichen Erlasse rechtlich nicht mehr haltbar.