Comeback des Konsensbilders – ein Portrait

Zum Ende seiner ersten Amtszeit wirkte Barack Obama angeschlagen wie ein Boxer: Ein merkwürdig gebremster Auftritt im ersten TV-Duell gegen seinen republikanischen Herausforderer Mitt Romney am 4. Oktober liess dessen Umfragewerte steigen. Doch Obama kam zurück.

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Barack Obama bedankt sich bei seinen Anhängern in Chicago. (Bild: Keystone)

Barack Obama bedankt sich bei seinen Anhängern in Chicago. (Bild: Keystone)

Er machte in den folgenden Fernsehduellen wieder Boden gut und brachte sich vor allem bei seiner leicht zweifelnden Anhängerschaft wieder als Konsensbilder in Erinnerung. Die Mobilisierung der eigenen Anhänger dürfte den Ausschlag bei dem Wahl-Thriller am 6. November gegeben haben, der für Obama mit der Wiederwahl endete.

Mit seinem magischen Schlachtruf «Change» und der Parole «Yes, we can» gewann Barack Obama am 4. November 2008 die Wahl gegen den Republikaner John McCain und zog als erster schwarzer US-Präsident ins Weisse Haus ein. Jung, unverbraucht und wie ein Popstar gefeiert, galt er vielen als der personifizierte Amerikanische Traum. Vier Jahre später sind dem 51-Jährigen in der harten Realität des politischen Alltags die Schläfen grau geworden. Der Friedensnobelpreisträger kämpfte schwer um eine zweite Amtszeit.

Präsident Barack Obama mit Frau Michelle (Bild: Keystone)
45 Bilder
Barack Obama in Chicago bei seiner Rede nach seiner Wiederwahl. (Bild: Keystone)
Grosse Freude in Chicago bei der Wahlparty. (Bild: Keystone)
Präsident Barack Obama mit Frau Michelle und seinen Töchtern Malia und Sasha. (Bild: Keystone)
Auch bei Vizepräsident Joe Biden und seiner Tochter Ashley. (Bild: Keystone)
Jubel bei Michelle und Barack Obama sowie Vize Joe Biden mit Gattin Jill. (Bild: Keystone)
Sie freuen sich in einem Hotel in Salt Lake City. (Bild: Keystone)
Barack Obama winkt nach der Rede seinen Anhängern zu. (Bild: Keystone)
Ein Mann schwenkt vor dem Weissen Haus in Washington eine Obama-Fahne. (Bild: Keystone)
Barack Obama nimmt Glückwünsche seiner Frau Michelle entgegen. (Bild: Keystone)
Klatschen, jubeln, Fähnchen schwingen: Barack Obama bleibt weitere vier Jahre Präsident. (Bild: Keystone)
Jubel in Chicago nach Obamas Wiederwahl. (Bild: Keystone)
Obamas Anhänger liegen sich in den Armen und feiern. (Bild: Keystone)
Eine enttäuschte Supporterin von Mitt Romney. (Bild: Keystone)
Auch in Arizona feiern die Demokraten den Sieg von Barack Obama. (Bild: Keystone)
Unterstützer von Barack Obama in New York brechen in Jubel aus. (Bild: Keystone)
Freudensprung vor der amerikanischen Flagge: Barack Obama bleibt Präsident. (Bild: Keystone)
Rockefeller Center in New York: Freude über den Sieg von Obama. (Bild: Keystone)
Er ist enttäuscht: Mitt Romney hats nicht geschafft. (Bild: Keystone)
Lange Gesichter bei den republikanischen Anhängern: Mitt Romney unterliegt Barack Obama. (Bild: Keystone)
Auch in Georgia jubeln Obamas Anhänger. (Bild: Keystone)
Jubelschrei in New Mexico. (Bild: Keystone)
Er ist enttäuscht über Romneys Niederlage. (Bild: Keystone)
Obama ist gewählt: Freudentränen in Las Vegas. (Bild: Keystone)
Grenzenloser Jubel in Atlanta. (Bild: Keystone)
Obamas Anhänger sind glücklich. (Bild: Keystone)
Sie freuen sich über die Wiederwahl von Barack Obama. (Bild: Keystone)
Auch auf einem grossen Plakat wird bereits die Wiederwahl von Barack Obama verkündet. (Bild: Keystone)
Erleichterung und Freude nach der Wiederwahl von Obama. (Bild: Keystone)
Barack Obamas Wiederwahl bringt seine Anhänger zum Tanzen. (Bild: Keystone)
Enttäuscht: Sie unterstützte Mitt Romney. (Bild: Keystone)
Grosser Jubel: CNN verkündet die Wiederwahl von Barack Obama. (Bild: Keystone)
"Das ist eine Zeit grosser Herausforderungen für Amerika, und ich bete, dass der Präsident Erfolg haben wird, unsere Nation zu führen", sagte Mitt Romney nach seiner Niederlage. (Bild: Keystone)
Der Republikaner tritt ans Mikrofon und gesteht seine Niederlage ein. (Bild: Keystone)
Ein Kuss für den Verlierer: Mitt Romney mit seiner Ehefrau Ann. (Bild: Keystone)
Die Freude über die Wiederwahl ist gross. (Bild: Keystone)
Mit Transparenten und einem Freudenschrei wird der Sieg gefeiert. (Bild: Keystone)
Nach der grossen Anspannung kommen die Emotionen. (Bild: Keystone)
Anhänger von Obama jubeln, als CNN die Wiederwahl ankündigt. (Bild: Keystone)
Ein Fahnenmeer für Obama. (Bild: Keystone)
Grosse Freude auch bei diesem Mann. (Bild: Keystone)
Hier wird nach der Wiederwahl gefeiert. (Bild: Keystone)
Zuvor mussten sich die Anhänger lange auf das Resultat gedulden. (Bild: Keystone)
Leute posieren mit einer Pappfigur von Barack Obama. (Bild: Keystone)
Angespannt beobachten die Wähler die Zahlen. (Bild: Keystone)

Präsident Barack Obama mit Frau Michelle (Bild: Keystone)

Eine Vision

«Dies ist ein Amt, um das man sich nicht einfach aus Ehrgeiz bewirbt. Man muss tief im Innern spüren, dass man eine Vision hat, für die sich der Einsatz lohnt», beschrieb er einmal seine Amtsauffassung.

Seine Vision legte der kommende Star der Demokraten und spätere Senator des Staates Illinois 2004 in einer umjubelten Parteitagsrede dar: eine Politik, die das Land nicht spaltet, sondern zusammenführt. Dieses Streben nach Einigkeit liegt auch in der Biografie Barack Hussein Obamas begründet.

Am 4. August 1961 als Sohn einer Amerikanerin und eines Kenianers auf Hawaii geboren und einige Jahre in Indonesien aufgewachsen, bezeichnete er sich selbst einmal als Ein-Mann-Schmelztiegel. In seiner Jugend litt er aber auch unter dem Leben zwischen den Kulturen, wie er in seiner Autobiografie schrieb.

Nach dem Jurastudium in Harvard war Obama Dozent für Verfassungsrecht an der Universität von Chicago und arbeitete in einer kleinen Kanzlei, die sich auf Bürgerrechte spezialisiert hatte. Anders als viele afroamerikanische Politiker ist er aber nicht in der Bürgerrechtsbewegung verwurzelt. (sda/dapd)