Boston Marathon
Das berichten Schweizer Teilnehmer des Boston Marathons

Der Boston-Marathon ist für Läufer ein Mythos, denn Startplätze sind schwierig zu bekommen. Rund 50 bis 60 Teilnehmer aus der Schweiz starteten in Boston. Die Kunden der beiden grössten Schweizer Anbieter von Marathonreisen sind wohlauf.

Doris Kleck
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Der Boston-Marathon hat eine spezielle Anziehung auf Läufer: Bis vor 17 Jahren war der älteste Marathon der Welt ausschliesslich der Crème-de-la-Crème der Läufer vorbehalten. Wer daran teilnehmen wollte, musste sich über die Zeit qualifizieren. Erst seit der 100. Austragung wird ein kleines Kontingent an Startplätzen an Läufer vergeben, die unabhängig von ihrer Bestzeit teilnehmen können. Markus Roth von Albis Reisen sagt deshalb: «Boston ist ein Mythos.»

Für Marathonläufer sei Boston das, was der Ironman auf Hawaii für Triathleten sei. Dies erklärt, weshalb nur wenige Schweizer am Boston-Marathon gestartet sind. Roth spricht von 50 bis 60 Schweizern. 15 davon sind mit Albis Reisen, einem Spezialisten für Marathonreisen, nach Boston gereist. «Sie sind alle wohlauf», sagt Roth, der in Kontakt mit seinem Reiseleiter vor Ort steht. Roth zeigte sich betroffen und hofft, dass die Läufer das Ereignis gut verkraften werden. Ebenfalls positive Nachrichten konnte Kuoni vermelden, der zweite grosse Spezialist bei Marathonreisen. Gemäss Sprecher Peter Brun hatte Kuoni lediglich zwei Läufer in Boston, die individuell gereist sind. Beide hatten die Ziellinie bereits passiert, als es zu den Detonationen kam. Und beiden gehe es gut.

Einfluss auf den London-Marathon?

Bereits am nächsten Wochenende steht der London-Marathon auf dem Programm. Sowohl Albis Reisen wie auch Kuoni bieten eine Reise nach London an, die nebst Flug und Hotel eben auch einen garantierten Starplatz enthält. London gilt neben New York als spektakulärster Marathon der Welt. Die Strecke ist unter Läufern als «schnell» bekannt. Brun geht davon aus, dass Kuoni die Reise nach London wie geplant durchführen wird, bislang hätten sich diesbezüglich noch keine Kunden gemeldet: «Die Läufer haben hart für diesen Marathon trainiert. Ich gehe nicht davon aus, dass sie wegen den Ereignissen in Boston ihre Teilnahme absagen werden», sagt Brun. Zudem hätten die Londoner Veranstalter bereits angekündigt, die Sicherheitsmassnahmen zu erhöhen.

Marathonreisen boomen

Kuoni und Albis Reisen gehören zu den grössten und profiliertesten Anbietern von Marathonreisen. Es ist ein Geschäft, das boomt. «Die Nachfrage ist steigend», sagt Kuoni-Sprecher Brun. Wer sich für eine Teilnahme am New York Marathon im Oktober 2014 interessiere, müsse sich bereits heute voranmelden, fügt er weiter an. Kuoni arbeitet mit dem ehemaligen Spitzenläufer Markus Ryffel zusammen. Für die Marathons in London, Berlin und New York bietet Kuoni Packages an, welche eine Trainingsvorbereitung in der Schweiz mit einschliessen. Brun führt den Zuwachs bei den Marathonreisen auf den Zeitgeist zurück.

Die Leute wollen fit sein und suchen sich Herausforderungen wie eben einen Marathon. Indes: Wer an einem bekannten Marathon teilnehmen will, ist fast gezwungen, über einen Reiseveranstalter zu buchen, die über Startplatz-Kontingente verfügen. Auf eigene Faust einen Startplatz zu ergattern, ist ein schwieriges unterfangen. Sowohl Albis Reisen wie auch Kuoni profitieren diesbezüglich von ihren langjährigen Kontakten zu den Marathonveranstaltern. Diese wiederum profitieren ebenfalls von der Zusammenarbeit mit Reiseveranstaltern: «Je mehr Teilnehmer aus der ganzen Welt, desto grösser die Ausstrahlung eines Marathons», sagt Peter Brun.