Schiesserei
Das Gewehr des Amokschützen hatte Ladehemmungen

Der Killer von Aurora hätte noch viel mehr Menschen töten können: Doch offenbar hat das Gewehr des Täters nicht richtig funktioniert, wie sich nun zeigt. US-Präsident Obama sprach den Angehörigen vor Ort inzwischen sein Beileid aus.

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Obama drückt gegenüber Polizeichef und Gouverneur sein Beileid aus. Der Schütze James Holmes

Obama drückt gegenüber Polizeichef und Gouverneur sein Beileid aus. Der Schütze James Holmes

Keystone

Es kommen immer mehr Einzelheiten des Verbrechens an den Tag. Wie die Zeitung «Washington Post» berichtete, hätte das Blutbad noch schlimmer ausgehen können. Das Sturmgewehr, mit dem der Mann um sich geschossen hatte, habe eine Ladehemmung gehabt.

Es handle sich dabei um eine halbautomatische Waffe, die 50 bis 60 Schüsse pro Minute abfeuern könne, berichtete das Blatt unter Berufung auf einen namentlich nicht genannten Informanten aus der Justiz. Der Verdächtige hatte nach Angaben der Polizei bei seinem Angriff am Freitag zudem ein Jagdgewehr und eine Pistole benutzt.

Ausserdem schrieb das Blatt, dass es dem mutmasslichen Todesschützen nach seinem Amoklauf möglicherweise beinahe gelungen wäre, zu entkommen. Er habe versucht, sich als Polizist einer Sondereinheit auszugeben.

«Sehr intelligenter Mann»

Nach Erkenntnissen der Polizei hatte er über Monate Waffen und Munition gesammelt und das Blutbad in dem Kino vermutlich von langer Hand geplant. Seine Wohnung verwandelte er nach Worten der Polizei mit Sprengstoff in eine Todesfalle.

Betroffener US-Präsident Barack Obama. In Aurora begrüsst er Polizeichef Daniel Oates, und Bürgermeister Steve Hogan.
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Justin Wren, 25, versammelt Tausende von Trauernden zum Gebet. Sie gedenken der 12 Opfer.
Fahnen, Bären, Blumen, Plüschtiere: Einwohner von Aurora legen Trauergegenstände am Tator nieder.
Trauernde am Tatort der Schiesserei: Sie bieten und legen Blumen nieder.
Präsident Barack Obama umarmt Colorados Gouverneur John Hickenlooper. Senator Mark Udall (l.) und Senator Michael Bennet schauen betroffenzu.
Der Täter: James Holmes, auf einem Bild der University of Colorado.
Eine Mutter mit Kind am Grab der Opfer.
Trauernde Familienangehörige in Aurora.
Gedenkfeier in der «Living Hope Baptist Church» in Aurora.

Betroffener US-Präsident Barack Obama. In Aurora begrüsst er Polizeichef Daniel Oates, und Bürgermeister Steve Hogan.

Keystone

Die Motive für die Tat sind nach wie vor völlig unklar. Der TV- Sender Fox News berichtete, der Täter habe vor einigen Wochen Mitglied eines lokalen Waffenclubs werden wollen, sei aber zurückgewiesen worden.

Der Täter sei ein «sehr intelligenter Mann», der keine Hilfe von anderen erhalten habe, sagte der Polizeichef von Aurora, Dan Oates, dem TV-Sender CBS. Der aus San Diego (Kalifornien) stammende Täter sei mit einem Doktorandenstipendium nach Aurora gekommen. Doch im Frühjahr habe er ohne genaue Angabe von Gründen das Handtuch geworfen, berichtete die «New York Times».

Hart bestrafen

US-Präsident Barack Obama hat Verletzten des Kino-Massakers in Aurora (Colorado) sowie Angehörigen der zwölf Todesopfer Mut zugesprochen. «Ich hatte Gelegenheit, einige Umarmungen zu schenken und Tränen zu vergiessen», sagte Obama.

In einer kurzen, aber bewegenden Rede am Sonntagabend (Ortszeit) im Universitätsspital der Stadt sprach Obama von einer «bösen Tat». Der Schuldige werde die «volle Wucht des Gesetzes zu spüren bekommen». Zugleich gedachten tausende Menschen bei einer Gedenkfeier in Aurora der Opfer.

Lob von Romney für Obama

Bei dem Amoklauf während einer Kinopremiere in der Nacht zum Freitag waren zwölf Menschen getötet und 58 verletzt worden. Der Verdächtige - ein 24-jähriger Ex-Student - soll an diesem Montag erstmals vor dem Haftrichter erscheinen.

Obamas republikanischer Herausforderer Mitt Romney würdigte die Aktion. Obamas Entscheidung, mit den Familien zusammenzutreffen, sei «das Richtige» gewesen, erklärte Romney. Obama und Romney hatten den Wahlkampf unter dem Eindruck der Bluttat am Wochenende ausgesetzt. (sda)