Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Thailand: Das lange Warten in der Höhle

Nachdem das seit neun Tagen in einer Höhle festsitzende Nachwuchs-Fussballteam lebend gefunden wurde, ist nun die Frage, wie und wann die zwölf Jungen und ihr Trainer ins Freie gebracht werden können.
Ulrike Putz, Singapur
Die eingeschlossenen Jugendlichen und ihr Trainer harren auf einem Felsvorsprung in einer trockenen Kammer des Höhlensystems aus. (Bild: AP; Chiang Rai, 2. Juli 2018)

Die eingeschlossenen Jugendlichen und ihr Trainer harren auf einem Felsvorsprung in einer trockenen Kammer des Höhlensystems aus. (Bild: AP; Chiang Rai, 2. Juli 2018)

Im Licht der Taschenlampe stellte einer der Jungen sofort die drängendste aller Fragen: «Können wir jetzt rausgehen?» Doch es wird noch Tage, vielleicht sogar Wochen oder Monate dauern, bis die zwölf in der nordthailändischen Tham-Luang-Höhle festsitzenden Jungen und ihr Trainer das Tageslicht wiedersehen werden. Die Rettung der neun Tage lang vermissten Gruppe, die am Montagabend gefunden wurde, gestaltet sich äusserst schwierig. Gestern wurde mit Hochdruck daran gearbeitet, einen tauchenden Arzt zu den 11 bis 16 Jahre alten Jungen zu bringen. Auch sollte versucht werden, eine Strom- und Telefonleitung zu legen, sodass die unter Tage Gefangenen Licht haben und mit ihren Familien sprechen können.

Anfängliche Pläne, den Jungen die Grundzüge des Flaschentauchens beizubringen und sie so ins Freie zu führen, wurden von Experten für nicht realistisch erklärt. Die Gruppe sei etwa vier Kilometer vom Höhleneingang entfernt gefunden worden. Selbst erfahrene Tauchprofis bräuchten für diese Strecke bis zu drei Stunden, sagte Bill Whitehouse von der Britischen Höhlenrettungsgesellschaft gegenüber der BBC. Geschwächte Kinder seien kaum in der Lage, einen solchen Tauchgang zu absolvieren. Vernünftiger erscheine ihm, die Buben zu «Paketen» zu verschnüren und von Rettungstauchern hinausbringen zu lassen.

Die thailändische Armee, die die Rettungsarbeiten koordiniert, bat um Spenden, um 15 Vollmasken in Kindergrösse zu kaufen. Masken, die über dem gesamten Gesicht festgezurrt werden. Diese sind sicherer als die herkömmlichen Atemgeräte, die Tauchern gerade in engen Höhlen schnell aus dem Mund geschlagen werden können. Alle Experten sind sich einig, dass eine Evakuierung unter Wasser grosse Risiken birgt.

Bis zu vier Monate den Monsun aussitzen

Angesichts des anhaltenden Regens in der Region Chiang Rai ist Eile geboten, da das Höhlensystem immer weiter voll Wasser läuft. Versuche, so viel Wasser abzupumpen, dass die Gruppe ihren Weg in die Freiheit zu Fuss machen kann, sind bislang gescheitert. Die Armee bereitet sich inzwischen auch auf Szenarien vor, in denen die Jugendlichen und ihr Coach den Monsun in der Höhle aussitzen müssen. Es könne auch sein, dass man die Eingeschlossenen vier Monate lang unter Tage mit Nahrung und Medikamenten versorgen müsse, sagte ein Armeesprecher.

Zwei britischen Tauchern war es nach tagelangem Bemühen am Montagabend endlich gelungen, eine enge, geflutete Passage so zu verbreitern, dass sie hindurchtauchen und zu der auf einem Felsvorsprung ausharrenden Gruppe vordringen konnten. Die Nachricht, dass die Jungen zwar abgemagert, aber allesamt am Leben seien, wurde in Thailand und der Welt mit überschwänglicher Freunde aufgenommen.

Die Angehörigen des Fussballteams, die seit dessen Verschwinden vor dem Höhleneingang ausgeharrt hatten, weinten vor Glück, als sie die von den Rettern aufgezeichneten Videoaufnahmen ihrer Kinder sahen. Die thailändische Polizei sagte, sie prüfe, ob der Trainer, der seine Schützlinge trotz Warnschildern in die Höhle geführt hatte, belangt werden könne.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.