Das letzte Projekt

Kommentar

Birgit Baumann/Berlin
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Es ist vollbracht, Frank-Walter Steinmeier wurde zum zwölften Bundespräsidenten gewählt. Er bekam 75 Prozent der Stimmen, was angesichts der Konkurrenz nicht schwierig war. Die Gegenstimmen sind aber bemerkenswert. Der eine oder andere Grüne und wohl auch ein paar aus der SPD haben aus Protest das Kreuz wohl lieber beim Armutsforscher Christoph Butterwegge gemacht.

Und wo kommen die zusätz­lichen sieben Stimmen für AfD-Mann Albrecht Glaser her? Man liegt wohl nicht falsch, wenn man denkt, dass sich frustrierte Unionisten sich an ihn gewandt haben. Auch die Enthaltungen dürften aus dieser Ecke kommen. Denn es gibt Unmut darüber, dass Angela Merkel es nicht geschafft hat, einen eigenen Kandidaten durchzusetzen.

Aber die Wahl war ohnehin das letzte grosse, gemeinsame Projekt von Schwarz-Rot. Ab jetzt geht es im Wahlkampf gegeneinander, und jeder hofft, dass es nach der Bundestagswahl nicht erneut zu einer grossen Koalition kommt.

Birgit Baumann/Berlin