Regierungskrise
Das sagt Kanzler Kurz zu seiner Absetzung ++ Vizekanzler übernimmt vorerst

Das österreichische Parlament hat der Regierung von Kanzler Sebastian Kurz das Vertrauen entzogen. Es ist das erste Mal in der Geschichte der Republik Österreich, dass ein Misstrauensvotum im Parlament erfolgreich war. Alle News im Liveticker.

Jürg Krebs
Merken
Drucken
Teilen
Schwere Stunden für Kanzler Sebastian Kurz: Das Parlament entzieht im das Vertrauen.
7 Bilder
Voraussichtlich im September wird es Neuwahlen geben. Im Bild: Verteidigungsminister Johann Luif, Bildungsminister Heinz Fassmann, Aussenministerin Karin Kneissl, Umweltministerin Elisabeth Koestinger (OEVP), Innenminister Eckart Ratz und Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP).
SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner attackierte Kurz frontal: «Was Sie hier machen, ist ein schamloser, zügelloser und verantwortungsloser Griff nach Macht.» Aber die Macht in Österreich gehe vom Volk aus und nicht vom Bundeskanzler
Auch Ex-Innenminister Herbert Kickl geht mit Kurz hart ins Gericht. Kurz sage, es tue ihm leid, dass die Koalition zerbrochen sei. «Doch das glaube ich nicht!» Kurz tue nur leid, dass seine Machtüberlegungen nicht aufgegangen seien. Er habe versucht, die Probleme eines Koalitionspartners für seinen eigenen Machtausbau zu nutzen, so Kickl über Kurz.
Statt der Regierungsmannschaft soll nun ein Expertenkabinett die Arbeit übernehmen, fordert FPÖ-Parteichef Norbert Hofer.
Auch Kurz ergriff das Wort. Er sei überzeugt, dass der Misstrauensantraggegen seiner Regierung nur parteipolitisch motiviert sei.
Der Grünen-nahe Bundespräsident Alexander Van der Bellen hatte sich bisher mehr oder weniger deutlich an die Seite von Kurz gestellt.

Schwere Stunden für Kanzler Sebastian Kurz: Das Parlament entzieht im das Vertrauen.

Ronald Zak