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Das Sprachrohr der USA am UNO-Hauptsitz

Die ehemalige Fernsehmoderatorin Heather Nauert wird neue amerikanische Botschafterin am Hauptsitz der UNO in New York. Bis zu ihrem Eintritt in die Regierung von Präsident Donald Trump besass sie keinen diplomatischen Erfahrungsschatz.
Renzo Ruf, Washington
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Selbst für amerikanische Verhältnisse hat Heather Nauert eine Blitzkarriere hingelegt. Vor einer Dekade noch moderierte die heute 48-Jährige eine Sendung im Frühstücksfernsehen – auf dem New Yorker Sender WNYW präsentierte sie jeden Morgen ab 5 Uhr die Neuigkeiten des Tages. Dann folgte im Herbst 2012 der Sprung zum Nachrichtensender «Fox News Channel», wo sie Teil von «Fox & Friends» wurde, der Lieblingssendung des heutigen Präsidenten.

Nach seiner Wahl wurde sie von Donald Trump im April 2017 zur Sprecherin des Aussenministeriums berufen, wo sie zuerst unter Rex Tillerson und seit April 2018 unter Mike Pompeo amtierte. Zwischenzeitlich übernahm sie dabei auch die Rolle der Leiterin der Abteilung für «Public Diplomacy» und Kommunikation.

Und nun soll Nauert, die vor ihrem Eintritt in die Regierung Trump keinen politischen und diplomatischen Erfahrungsschatz besass, neue amerikanische Botschafterin am Hauptsitz der Vereinten Nationen in New York werden – und die abtretende Nikki Haley ersetzen. Dies gab der Präsident am Freitag im Weissen Haus bekannt. Nauert «ist sehr talentiert, sehr gescheit, sehr schnell», sagte Trump, und sie leiste eine ausgezeichnete Arbeit.

Nauert tritt in grosse Fussstapfen

Damit tritt Nauert, sofern der Senat mit ihrer Berufung einverstanden ist, in grosse Fussstapfen. Denn seit der Gründung der UNO ist der Posten in New York eines der prestigeträchtigsten Mandate in der amerikanischen Regierung. Prägende Figuren wie Adlai Stevenson (1961–65), George H. W. Bush (1971–73), Daniel Patrick Moynihan (1975–76), Jeane Kirkpatrick (1981–85), Madeleine Albright (1993–97), Richard Holbrooke (1999–2001) und John Bolton (2005–06) lieferten sich am East River diplomatische Gefechte und führten Stellvertreterkriege.

Geradezu legendär ist der Kampf von Patrick Moynihan gegen eine Resolution, die den Zionismus als eine Form des Rassismus bezeichnete; in Erinnerung geblieben sind auch Jeane Kirkpatricks heftige Auseinandersetzungen mit führenden sowjetischen Diplomaten.

Allem Anschein nach will die amerikanische Regierung von diesem Modell aber abkommen. Künftig, so heisst es im Weissen Haus, solle die UNO-Botschafterin nicht mehr als unabhängige aussenpolitische Beraterin des Präsidenten dienen und Politik machen – sondern die politischen Leitlinien, die von Trump und Pompeo in Washington festgelegt werden, dem Rest der Welt näherbringen. Zur Debatte steht demnach auch, ob die künftige UNO-Botschafterin weiterhin am Kabinettstisch sitzen soll.

Kritik an der Sonderregel

John Bolton, der nun als Nationaler Sicherheitsberater von Trump amtiert, ist ein langjähriger Kritiker dieses Arrangements. Er ist der Meinung, die UNO verdiene es nicht, in den internen Debatten der amerikanischen Regierung eine derart wichtige Rolle zu spielen. Auch erschwere diese Sonderregel – das Aussenministerium ist das einzige Ministerium, das am Kabinettstisch mit zwei Vertretern präsent ist – die Koordination der Aussenpolitik, bei der auch der Nationale Sicherheitsberater eine zentrale Rolle spielt, sagte Matthew Waxman, ein ehemaliger aussenpolitischer Berater von Präsident George W. Bush, der Hauptstadtpostille «Politico».

Nauert gilt in Foggy Bottom, am Hauptsitz des State Department, als eine umgängliche Person. Unter Rex Tillerson, dem ehemaligen Öl-Manager, führte sie ein Schattendasein und stritt sich häufig mit der Führungsriege des Ministeriums. Das Weisse Haus habe sie mehrmals davon überzeugen müssen, dass sie nicht zurücktreten solle.

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