Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Datenpanne: Millionen Patientendaten frei zugänglich – ist die Schweiz auch betroffen?

Medizinische Daten von Millionen Patienten sind einem Bericht zufolge frei zugänglich. Ob – und wenn ja, wie – persönliche Angaben und Informationen von Schweizern betroffen sind, ist in Abklärung.
Angelika Jacobs
Sensible Daten aus Mammographie-Screenings oder anderen medizinischen Untersuchungen sind auf ungeschützten Servern gelandet und damit frei zugänglich. (Bild: Keystone/DPA zb/KLAUS-DIETMAR GABBERT)

Sensible Daten aus Mammographie-Screenings oder anderen medizinischen Untersuchungen sind auf ungeschützten Servern gelandet und damit frei zugänglich. (Bild: Keystone/DPA zb/KLAUS-DIETMAR GABBERT)

Höchst sensible medizinische Daten von Millionen Patienten sind einem Bericht zufolge auf ungesicherten Servern gelandet. Weltweit sind über 24 Millionen Patientendaten betroffen. Ob Schweizer Patienten betroffen sind, ist unklar.

Auf die Unterlagen – etwa Brustkrebsscreenings, Wirbelsäulenbilder, Röntgenaufnahmen eines Brustkorbs oder von Herzschrittmachern – hätte jeder zugreifen können, berichtete gestern der Bayerische Rundfunk nach Recherchen zusammen mit der US-Investigativplattform ProPublica. In der Schweiz sind laut einem Bericht der Greenbone Networks GmbH zwei Systeme mit 1500 Datensätzen von Patientinnen und Patienten und insgesamt 197 000 Bilder betroffen. Um welche Systeme es sich handelt, gebe Greenbone nur den berechtigten Sicherheits- oder Datenschutz-Behörden preis, hiess es auf Anfrage.

Greenbone Networks hatte von Juli bis September eine Analyse von rund 2300 ans Internet angeschlossenen Bildarchivierungssystemen durchgeführt. Dabei stellten die Sicherheitsexperten fest, dass Hunderte Systeme weltweit ohne jeden Schutz der gespeicherten Daten mit dem öffentlichen Internet verbunden sind.

Zugriff in Echtzeit

Die Bilder seien hochauflösend und mit vielen Informationen versehen, fast alle davon personenbezogen: Geburtsdatum, Vor- und Nachname, Termin der Untersuchung und Infos über den behandelnden Arzt oder die Behandlung selbst.

Greenbone identifizierte demnach 590 Archivsysteme weltweit, die 24,5 Millionen Datensätze preisgeben. Damit sind mehr als 737 Millionen Patientendaten verknüpft, von denen rund 400 Millionen frei einsehbar sind oder heruntergeladen werden können. In der Summe handelt es sich damit um eine der bisher grössten Datenpannen. Im Darknet hätte ein solch umfangreiches Datenpaket laut dem Bericht einen Gegenwert von gut 1 Milliarde US-Dollars. Das deutsche Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat auch die Schweizer Melde- und Analysestelle Informationssicherheit über die Panne informiert. Laut Melani sind die Daten aktuell nicht mehr abrufbar. Ersten Analysen zufolge sind demnach zwar zwei Systembetreiber in der Schweiz betroffen, die Daten auf den fraglichen Servern gespeichert hatten. Die Patientendaten stammten aus anderen Ländern. Ob Schweizer Daten bei anderen Systembetreibern betroffen sind, war gestern bei der Schweizer Meldestelle unklar. Die Analyse laufe.

Besonders betroffen von der Datenpanne sind Patienten aus den USA, wie die Recherche vom Bayerischen Rundfunk und ProPublica ergab. Der vollständige Bericht zu dem leichtfertigen Umgang mit Patientendaten sollte gestern Abend in der Sendung «report München» ausgestrahlt werden.

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.