Depardieu
Depardieu will trotzdem weg

Manche titulieren ihn schon als Steuerflüchtlix, doch das ist dem Star-Mimen aus Frankreich völlig egal. Ebenso indifferent lässt Depardieu das vom Verfassungsgericht gebodigte neue Steuergesetz. Obelix will trotzdem nur eins: weg chez les Belges.

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Der Choleriker Gérard Depardieu (Archiv)

Der Choleriker Gérard Depardieu (Archiv)

Keystone

Der berühmteste Akteur Frankreichs hat genug: Trotz des Niedergangs der Reichensteuer ist der Mime fest entschlossen, seine Heimat Frankreich zu verlassen und sich künftig im grenznahen wallonischen Néchin niederzulassen, wo er bereits ein Haus gekauft hat. Der Zeitung «Le Figaro» sagte er: «Man soll die Politiker einfach reden lassen. All das ist mir total egal. Es ändert nichts an meinem Entschluss.» Trop c'est trop.

Das neue Domizil des Gérard Depardieu in Nechin, Belgien
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Die Zufahrt zum neuen Anwesen Depardieus in Nechin
Das Pariser Stadtpalais steht zum Verkauf
Belgien bezeichnete der Schauspieler, der auch Winzer und Restaurantbwesitzer ist, als erfreulich bukolisch.

Das neue Domizil des Gérard Depardieu in Nechin, Belgien

Depardieu gibt an, im Jahr 2012 85 Prozent seines Gewinnes aus diversen Unternehmungen dem Staat abgeliefert zu haben. In einem Breif, den er Mitte Dezember schreib und der für Aufsehen sorgte, sagte er, insgesamt hätte er während der vergangenen Jahre 140 Millionen Euro Steuergelder bezahlt.»

Am Samstag kippte Frankrichs höchstes Gericht die umstrittene 75-Prozent-Steuer für Spitzenverdiener (ab 1 Million Einkommen hätten diese drei Viertel ihres Einkommens dem Staat abliefern müssen). Der Entscheid ist ein Rückschlag für Premier François Hollande, der mit den Einnahmen die Staatsfinanzen sanieren wollte, und der die Steuer zu einem Hauptthema seines Wahlkampfs machte. (cls)