Der Brand in der Kathedrale von Nantes ist aufgeklärt: Es war der Altardiener

Ein Mitarbeiter aus Ruanda ist geständig, vor rund einer Woche Feuer in der Kathedrale von Nantes gelegt zu haben. Zuvor hatte er seinen Flüchtlingsstatus verloren.

Stefan Brändle aus Paris
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Die Feuerwehr von Nantes löscht den Brand in der Kathedrale. Nun, eine Woche später, ist der Fall geklärt.

Die Feuerwehr von Nantes löscht den Brand in der Kathedrale. Nun, eine Woche später, ist der Fall geklärt.

Jerome Fouquet / EPA

Ein freiwilliger Mitarbeiter aus Ruanda hat gestanden, den Brand in der Kathedrale der westfranzösischen Stadt verursacht zu haben. Er legte an drei Orten Feuer, bei der grossen und der kleinen Orgel sowie in einem Elektrizitätskasten nahe des Altars. Der nun überführte Brandstifter hatte am Vorabend Dienst. Der Verdacht fiel schnell auf ihn, doch nach einer eintägigen Untersuchungshaft kam der 39-jährige Ruandeser ohne Strafverfahren frei.

Der Rektor der Kathedrale, Hubert Champenois, erklärte nach der Festnahme des Verdächtigen, er habe «in den Altardiener wie in alle Mitarbeiter Vertrauen» gehabt. Den freiwilligen Angestellten habe er seit vier oder fünf Jahren gekannt. Das Motiv des Geständigen wurde vorerst nicht bekannt. Es wird spekuliert, ob seine bevorstehende Ausweisung aus Frankreich eine Rolle gespielt haben könnte.

Ende 2019 hätte der Ruandeser das Land verlassen müssen

Der Ruandeser hatte laut inoffiziellen Angaben 2012 einen provisorischen Flüchtlingsstatus zugesprochen erhalten. In einer späteren Einschätzung wurde seine Aufenthaltsbewilligung aber nicht mehr erneuert; Ende 2019 hätte er deshalb das Land verlassen müssen. Ob er sich aus diesem Grund an einem Symbol westlicher Zivilisation rächen wollte, liess er in der Einvernahme laut Polizeistellen offen.

Der Anwalt des Brandstifters, Quentin Chabert, erklärte gegenüber der Lokalzeitung Presse-Océan, sein Klient habe mit der Justiz kooperiert. «Er bereut seine Tat bitter; sie zu gestehen, war wie eine Befreiung für ihn», meinte der Advokat.

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