Libyen
Der Gaddafi-Clan: geflohen, tot oder untergetaucht

Tot, im Exil oder versteckt: Der Clan des Muammar al-Gaddafi ist am Ende. Ein Teil des Clans lebt im Exil in Nachbarstaten, ein Teil ist inzwichen tot. Unklar ist eigentlich nur noch, wo sich Sohn Saif al-Islam al-Gaddafi aufhält.

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Muammar Gaddafi Der Herrscher, Staatspräsident und Diktator. Er sagt: «Libyen ist mein Land»
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Saif al-Islam Gaddafi Er spielt in den vergangenen Tagen den Staatspräsidenten
Der Gaddafi-Clan
Al-Saadi Gaddafi Er fiel vor allem als Fussball-Profispieler und Filmproduzent auf
Aischa Gaddafi Sie gilt als die «Claudia Schiffer Nordafrikas». Die Tochter ist Anwältin und machte vor allem dadurch Schlagzeilen, dass sie eine der Strafverteidigerinnen des irakischen Diktators Saddam Hussein war
Mutassim-Billah Gaddafi (rechts) Mutassim Billah, steuert als Chef des nationalen Sicherheitsrates die blutige Niederschlagung des Aufstandes. Er sorgte für Schlagzeilen, als er öffentlich sagte, er würde Sängerin Beyoncé 1,2 Millionen Dollar für eine Nacht zahlen.

Muammar Gaddafi Der Herrscher, Staatspräsident und Diktator. Er sagt: «Libyen ist mein Land»

Keystone

Muammar al-Gaddafi: Herrschte in Libyen fast 42 Jahre lang als Diktator. Der 69-Jährige starb bei Kämpfen in seiner Heimatstadt Sirte. Zuvor war er zwei Monate lang untergetaucht.

Safija al-Gaddafi: In Algerien. Gaddafis aus Bosnien-Herzegowina stammende zweite Ehefrau ist mit ihren Kindern ins Nachbarland geflohen.

Mohammed al-Gaddafi: In Algerien. Der älteste Sohn des Ex- Herrschers stammt aus der Kurzehe mit der Offizierstochter Fatiha. Er leitete Libyens Post- und Fernmeldeunternehmen, besass zwei Mobilfunk-Anbieter und führte das Nationale Olympische Komitee.

Hannibal al-Gaddafi: In Algerien. Er geriet durch sein Luxusleben und Gewalttaten in die Schlagzeilen. 2005 soll er eine Frau in Paris verprügelt haben. 2007 verhaftete ihn die Justiz in Genf, weil er Hausangestellte misshandelt haben soll.

Aischa al-Gaddafi: In Algerien. Die Juristin gehörte zu den Rechtsanwälten des später hingerichteten irakischen Diktators Saddam Hussein und leitete zuletzt eine libysche Wohltätigkeitsorganisation.

Al-Saadi al-Gaddafi: In Niger. Bis 2003 führte er eine Eliteeinheit im Kampf gegen Islamisten in Libyen, dann ging er als Fussballprofi nach Italien, kam kaum zum Einsatz und musste nach Dopingvorwürfen gehen. Er steht auf der Fahndungsliste von Interpol, Niger verweigerte bisher seine Auslieferung.

Chamis al-Gaddafi: Tot. Er befehligte eine Eliteeinheit des Regimes, die für ihre Grausamkeit berüchtigt war. Er starb Ende August bei Kämpfen mit Rebellen nahe Tripolis.

Saif al-Arab al-Gaddafi: Soll tot sein. Als Student in München fiel er wegen Diskotheken-Schlägereien auf. Nach unbestätigten Angaben eines libyschen Regierungssprechers starb er am 1. Mai durch NATO-Bomben.

Saif al-Islam al-Gaddafi: Untergetaucht: Er besass mehrere Firmen. «Schwert des Islams» - so die Übersetzung des Namens - galt lange als Nachfolger seines Vaters. Wegen Kriegsverbrechen fordert der Chefankläger des Internationalen Strafgerichtshofes seine Auslieferung nach Den Haag.

Mutassim Billah al-Gaddafi: Verletzt in Sirte gefangengenommen und vermutlich inzwischen ebenfalls tot. Mutassim floh nach einem Zerwürfnis mit seinem Vater nach Ägypten, durfte aber zurückkehren und befehligte die Präsidentengarde.

Milad Aubustaia al-Gaddafi: Verbleib unklar. Muammars adoptierte seinen Neffen. Während eines US-Bombenangriffs auf Tripolis 1986 soll er der Legende nach das Leben des Diktators gerettet haben.

Hana al-Gaddafi: Schicksal ungeklärt. Die Adoptivtochter soll 1986 im Alter von 15 Monaten durch US-Bomben auf Tripolis getötet worden sein. Jetzt entdeckten Dokumenten zufolge lebt sie aber, hat eine Ausbildung als Ärztin und lebte zuletzt in Tripolis.