Vielen Dank für Ihre Registrierung. Sie haben jetzt den Aktivierungslink für Ihr Benutzerkonto per E-Mail erhalten.

Vielen Dank für Ihre Anmeldung.

Ihr Konto ist aktiviert. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Vielen Dank für Ihre Bestellung. Wir wünschen Ihnen viel Lesevergnügen.

Der Mann hinter Angolas Staatsfonds

Schweiz
Der schweizerisch-angolanische Geschäftsmann Jean-Claude Bastos. (Bild: Wikimedia)

Der schweizerisch-angolanische Geschäftsmann Jean-Claude Bastos. (Bild: Wikimedia)

Er gilt als umtriebiger und charismatischer Geschäftsmann: Jean-Claude Bastos de Morais, 50 Jahre alt, schweizerisch-angolanischer Doppelbürger und Freund von José Filomeno dos Santos, Sohn des angolanischen Langzeitherrschers José Eduardo dos Santos. Der Sohn des im August abgetretenen Präsidenten ist Chef des angolanischen Staatsfonds, der 5 Milliarden Dollar schwer ist. Und da kommt der in Freiburg aufgewachsene Santos-Freund Bastos ins Spiel. Der «Tages-Anzeiger», der an den Enthüllungen rund um die Paradise Papers beteiligt ist, berichtet, dass 3 Milliarden aus dem Staatsfonds von Angola über Bastos’ Firma Quantum Global auf Mauritius gegründete Investmentfonds verwaltet wird. Für Bastos ist dies offenbar ein lukratives Geschäft. Quantum Global soll für die Verwaltung des Geldes jährlich 2 bis 2,5 Prozent der 3 Milliarden erhalten, also 60 bis 70 Millionen Dollar. Dies notabene für den Fonds eines Staates, dessen Bevölkerung zu grossen Teilen unter extremer Armut leidet.

Pikant ist, dass Bastos offenbar an einigen Projekten, die der angolanische Staatsfonds finanziert, als privater Geschäftsmann beteiligt ist. So habe der Staatsfonds 180 Millionen Dollar für den Bau eines Tiefseehafens in der angolanischen Provinz Cabinda an eine Firma von Bastos bezahlt. Eine heikle Doppelrolle.

SBB-Präsidentin weist Vorwürfe zurück

An diesem Projekt war auch die jetzige SBB-Präsidentin Monika Ribar beteiligt. Sie war 2015 in den Verwaltungsrat von Bastos’ Firma Capoinvest eingetreten, die für die Finanzierung des Hafens zuständig ist. 2016 schied Ribar aus dem Verwaltungsrat aus. Sie weist den Vorwurf, in zweifelhafte Geschäfte involviert gewesen zu sein, zurück. Sie sei nach wie vor überzeugt von dem Projekt, so Ribar gegenüber dem «Tages-Anzeiger».

In der Tat sind mit den Paradise Papers bislang noch keine Vorgänge rund um Schweizer Persönlichkeiten enthüllt worden, die auf den ersten Blick strafrechtlich relevant wären. So sagte gestern auch der Sprecher der Bundesanwaltschaft André Marty gegenüber Radio SRF: «Im Moment bestehen keine eröffneten Strafverfahren oder Vorabklärungen.» Man müsse jetzt klären, ob es allenfalls Handlungsbedarf gebe.

Am Montagabend veröffentlichte der «Tages-Anzeiger» einen Bericht zum Sportartikelhersteller Nike und dessen Steuerpraktiken. 2015 habe die Nike GmbH Schweiz einen Gewinn von lediglich 1,3 Millionen Franken ausgewiesen. Denn abgerechnet wird in den Niederlanden. Und auch dort spart Nike wieder Steuern, indem die Lizenzgebühren für die vielen Nike-Marken über die Bermudas abgewickelt werden. (dlw)

Merkliste

Hier speichern Sie interessante Artikel, um sie später zu lesen.

  • Legen Sie Ihr persönliches Archiv an.
  • Finden Sie gespeicherte Artikel schnell und einfach.
  • Lesen Sie Ihre Artikel auf allen Geräten.