100 Jahre Versailler Vertrag: Das Schriftstück war kein leichtfertiges Werk der Gewinner des Ersten Weltkrieges

Der Vertrag von Versailles begegnet auch heute noch scharfer Kritik. Aber nach einem Weltkrieg, der Europa von Grund auf umgestaltete, einen Weltfrieden zu schaffen, war ein alle Dimensionen sprengendes Vorhaben.

Paul Rosenkranz*
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Der französische Premierminister Georges Clemenceau (stehend) spricht bei der Unterzeichnung des Versailler Vertrags am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal von Schloss Versailles. Links neben ihm sitzt der amerikanische Präsident Woodrow Wilson. (Bild: Getty)

Der französische Premierminister Georges Clemenceau (stehend) spricht bei der Unterzeichnung des Versailler Vertrags am 28. Juni 1919 im Spiegelsaal von Schloss Versailles. Links neben ihm sitzt der amerikanische Präsident Woodrow Wilson. (Bild: Getty)

Am 28. Juni 1919 wurde im Spiegelsaal des Schlosses Versailles der Friedensvertrag mit Deutschland nach dem 1. Weltkrieg unterzeichnet. Es war ein grosser Feiertag; aber – wie der Schweizer Historiker J. R. von Salis 1960 die Stimmung beschrieb – «in die Freude über den wiedergekehrten Frieden mischte sich in vielen Herzen tiefe Sorge um die Zukunft».

Der 28. Juni war der 5. Jahrestag der Ermordung des Erzherzogs Franz Ferdinand in Sarajewo, die den Krieg ausgelöst hatte. Von Salis schreibt: «Die Stadt Versailles prangte im Flaggenschmuck. Auf der weitausladenden Terrasse des Parks (...) drängte sich eine grosse Menschenmenge; ein Truppenkordon hielt sie in Schranken. Im Schloss waren von jeder verbündeten Armee 15 einfache Soldaten, ausserdem eine Abordnung von Schwerverletzten zu dem Staatsakt geladen», unter ihnen die «cinq gueules cassées», fünf Soldaten mit stark verstümmelten Gesichtern, denen der französische Ministerpräsident Georges Clemenceau stumm die Hand reichte.

Darauf eröffnete er die Sitzung mit wenigen Worten und forderte die «Herren deutschen Delegierten» auf, den Vertrag zu unterzeichnen. Sie taten es wortlos. Ihnen folgten die Repräsentanten von 31 alliierten Staaten, als erster US-Präsident Woodrow Wilson, als letzter der Vertreter Uruguays. Nur China verweigerte die Unterschrift, als Protest gegen die Abtretung der deutschen Kolonialrechte in China an Japan.»Machte man sich Gedanken darüber» – schreibt von Salis –, «dass die beiden grössten und volksreichsten Länder der Erde, China und Russland, die neue Ordnung der Dinge nicht anerkannten, und dass das drittgrösste, die Vereinigten Staaten von Amerika, vielleicht den Friedensschluss nicht ratifizieren würde», was dann ja geschah. Seine Beschreibung der Zeremonie schliesst von Salis mit den Worten: «Der Glaube an diesen Frieden war bei vielen von denen, die an seiner Ausarbeitung mitgewirkt hatten, nicht vorhanden. Er befriedigte die Sieger nicht, und den Besiegten erschien er als ein ihren Stolz tief verletzendes Diktat.»

Mitte: «Tag von Versailles, Tag der Unehre!» steht auf dem Transparent, mit dem die Hitler-Partei NSDAP 1938 in Berlin zum 14. Jahrestag der Unterzeichnung gegen den Friedensvertrag protestiert. (Bild: Getty)

Mitte: «Tag von Versailles, Tag der Unehre!» steht auf dem Transparent, mit dem die Hitler-Partei NSDAP 1938 in Berlin zum 14. Jahrestag der Unterzeichnung gegen den Friedensvertrag protestiert. (Bild: Getty)

Auf direktem Weg ins Verderben?

Von diesem Moment an wurde der Versailler Vertrag das Ziel endloser Verwünschungen. Bernhard von Bülow, von 1900 bis 1909 deutscher Reichskanzler, fasste seine Ablehnung in die Worte: «Wir müssen die Ungeheuerlichkeit des Vertrags (...) benutzen, um den ganzen Versailler Frieden zu Fall zu bringen.» Damit gab er die Richtung vor, die dann später die Nazis einschlugen. Aber auch Heerscharen von Historikern und Journalisten übten immer wieder scharfe Kritik am Vertrag. Selbst ein ausgewiesener Kenner der neueren Geschichte wie Ian Kershaw brauchte für ihn harte Begriffe, wenn er von «faulen Kompromissen» des Vertrags schreibt und meint, er sei «weniger ein Rahmenwerk für einen dauerhaften Frieden als ein Rezept für potenzielle künftige Desaster» gewesen. In einer grossen Schweizer Tageszeitung war dieses Jahr zu lesen: «Der Vertrag von Versailles, der am 28. Juni 1919 unterzeichnet wurde, war das schlechteste Friedensabkommen, das man sich überhaupt vorstellen konnte.» Selbst in einem Beitrag in der NZZ hiess es neulich, in Versailles sei «die Chance, einen moralischen Neuanfang zu wagen, leichtfertig vertan» worden.

Aber war es wirklich so? Mit Bestimmtheit war der Vertrag kein leichtfertiges Werk der Sieger. In den dreieinhalb Monaten vom Beginn der Verhandlungen am 18. Ianuar 1919 bis zur Überreichung des Vertragsentwurfs an Deutschland am 7. Mai gab es 1646 Sitzungen der 58 beratenden Ausschüsse, und 145-mal trafen sich die «Grossen drei» – Amerikas Präsident Wilson, Englands Premier Lloyd George und Frankreichs Ministerpräsident Clemenceau –, um am Vertrag zu arbeiten. Der deutsche Historiker Jörn Leonhard spricht daher von einer «Veranstaltung von bisher unbekannten Ausmassen», und J. R. von Salis nannte diese «ein ungeheures Unterfangen».

Nach 52 Monaten Weltkrieg galt es einen Weltfrieden zu gestalten. Dabei war der Krieg noch gar nicht überall zu Ende; denn nach dem Waffenstillstand mit Deutschland vom 11. November 1918 schwiegen die Waffen nur im Westen. In Mittel- und Osteuropa, wo vier alte Reiche untergegangen und zehn neue ­Staaten entstanden waren, wurde manchenorts heftig um deren Grenzen und innere Gestaltung – ob liberal oder bolschewistisch – gekämpft. Im Versailler Vertrag ging es allerdings nur um den Frieden mit Deutschland, dem die vorrangige Aufmerksamkeit der Alliierten galt. Dieser Vertrag umfasste 440 Artikel. Dass er in nur vier Monaten zu ­Stande kam, bezeichnet von Salis als «hervorragende Leistung.» Die Friedensschlüsse mit Deutschösterreich, Bulgarien, Ungarn und dem Osmanischen Reich erfolgten 1919/20 in den separaten Verträgen von St. Germain-en-Laye, Neuilly, Trianon und Sèvres.

Der Wille der alliierten Sieger, die gewaltigen Probleme in kurzer Zeit zu lösen, musste den Vertrag zu einem Diktat machen; für Entscheidungen durch ein «Weltparlament» fehlte die Zeit. Aber auch die brutale Gewalt, die Deutschland 1914 bei seinem Überfall auf das neutrale Belgien ausgeübt hatte, und die sinnlosen Zerstörungen mit der Strategie der verbrannten Erde noch beim Rückzug seiner Truppen ab dem Sommer 1918 erschwerten einen Verständigungsfrieden. Dazu kam das Beispiel eines erniedrigenden Friedens, das Deutschland selbst gab, als es anfangs März 1918 Russland in Brest-Litowsk einen Frieden diktierte, in dem es dem Verlierer grosse Teile seines Territoriums mit der Hälfte seiner Industrie und 90 Prozent seiner Kohlengruben entriss.

Naturgemäss war es Frankreichs Ministerpräsident Georges Clemenceau, der in Versailles die härteste Haltung gegenüber Deutschland einnahm. Als Vertreter des Landes, auf dessen Territorium fast der ganze Krieg im Westen ausgetragen worden war, galt er – den die Franzosen «le tigre» nannten – als eigentlicher «Père-la-Victoire» (Vater Sieg). Wenn es ihm nicht gelinge, Frankreich in Zukunft vor deutschen Angriffen zu sichern – meint er zu Präsident Wilson – «bin ich überzeugt – und ich hoffe es sogar -, dass mich mein Nachfolger beim Nacken packen und im Morgengrauen füsilieren lassen würde.»

Bremsende Briten

Aber einer zu weitgehenden Schwächung Deutschlands stemmten sich die Vertreter der beiden angelsächsischen Mächte entgegen. Lloyd George sah die maritime Weltgeltung Englands traditionsgemäss durch ein Gleichgewicht der Mächte auf dem Kontinent gesichert, wollte die deutsche Vormachtstellung nicht durch eine französische ersetzt wissen, und sah in Deutschland ausserdem ein wichtiges Bollwerk gegen die neue bolschewi­stische Gefahr. Amerikas Präsident schliesslich dachte nicht in kontinentalen, sondern in globalen Massstäben. Er hatte am 8. Januar 1918 in seinen 14 Punkten Demokratie, Liberalismus und Selbstbestimmung der Völker als Grundsätze einer künftigen Weltordnung proklamiert, die durch den Völkerbund als weltumspannende Friedensorganisation gesichert werden sollten.

Diese Gegensätze unter den Siegern bewirkten, dass der Vertrag zwar kein Kompromiss zwischen Siegern und Besiegten war, wohl aber Kompromisse zwischen den Siegern selbst enthielt. Und gerade diese wirkten sich zum Vorteil Deutschlands aus, wie sich etwa in seinen territorialen, militärischen und wirtschaftlichen Bestimmungen zeigt:

Territoriale: Deutschland wurde nicht zerstückelt. Selbst Clemenceau, der glühende französische Patriot, war Realist genug, um die Bedeutung der Einheit Deutschlands in der Mitte Europas für dessen Stabilität anzuerkennen, und er wandte sich, was ihn in Frankreich schweren Vorwürfen aussetzte, gegen dessen Auflösung oder zu starke Föderalisierung. Deutschland musste aber Elsass-Lothringen an Frankreich, sowie Posen und Westpreussen an Polen abtreten. Im Grunde waren das aber Rückgaben von Eroberungen, die es gegen Frankreich und Polen 1871 respektive Ende des 18. Jahrhundert gemacht hatte. Dass in Masuren, Oberschlesien und Nordschleswig Abstimmungen durchgeführt wurden, um den neuen Grenzverlauf zu eruieren, zeigt, dass man das Selbstbestimmungsrecht der Völker zu berücksichtigen suchte. Hinzu kamen Abtretungen kleinerer Gebiete an Belgien und die Tschechoslowakei, während das Memelland im äussersten Osten Ostpreussens unter alliierte Verwaltung kam. Das Saarland, dessen Kohlengruben nun von Frankreich genutzt wurden, geriet unter Verwaltung des Völkerbundes, bis es nach einer Abstimmung 1935 wieder an Deutschland fiel. Alles in allem verlor Deutschland 70580 Quadratkilometer oder 13 Prozent seines Territoriums, mit rund 6,5 Millionen Einwohnern. Von einer Verstümmelung Deutschlands, wie es noch 1928 auf einer offiziellen Karte für den Schulgebrauch hiess, konnte keine Rede sein.

Militärische: Die Reduktion des deutschen Heeres auf ein Berufsheer von 100000 Mann, ohne schwere Waffen, Panzer und Flugzeuge, und eine Flotte mit beschränkter Zahl kleinerer Einheiten könnte zur Meinung verleiten, Deutschland sei damit zum Spielball der Mächte geworden. Diese Vorschriften sollten zwar im Sinne Wilsons Teil einer internationalen Rüstungsbeschränkung sein, doch folgten ihr andere Staaten nicht. Aber Deutschlands aussenpolitische Stellung hatte sich besonders im Osten verbessert, wo es nun nicht mehr Russland, sondern Kleinstaaten zu Nachbarn hatte. Zudem entfiel nun auch die Umklammerung durch das französisch-russische Bündnis. Selbst General Wilhelm Groener, ab Ende Oktober 1918 Nachfolger Ludendorffs in der deutschen Obersten Heeresleitung, war der Ansicht, Deutschland habe «trotz des Vertrages einen neuen Marsch nach vorn antreten» können.

Wirtschaftliche: Die Reparationen als Wiedergutmachung der im Krieg erlittenen Schäden waren der komplexeste Teil des Friedensvertrags. Churchill bezeichnete sie später als «eine traurige Geschichte komplizierter Idiotie.» Ihre Komplexität bestand einerseits darin, dass die Reparationen in Geldzahlungen, aber auch in Naturalien wie Rindern, Lokomotiven, Schiffen etc. bestanden. Andererseits sollte die deutsche Wirtschaft, deren Funktionieren auch für die Wirtschaft der Sieger bedeutsam war, nicht über die Massen belastet werden. Paradoxerweise musste sie dann durch amerikanische Finanzhilfen fit gemacht werden, damit die Reparationen fliessen, und Frankreich und England ihre hohen Kriegsschulden bei den USA abzahlen konnten. Eine erste Fixierung der Reparationssumme erfolgte 1921 mit 132 Milliarden Goldmark. Nach der deutschen Inflation wurden 1924 im sogenannten Dawes-Plan die jährlichen Zahlungen Deutschlands auf maximal 2,5 Milliarden festgesetzt. Nach Ausbruch der Weltwirtschaftskrise 1929 hätten gemäss Young-Plan bis 1988 jährliche Zahlungen von 1,9 Milliarden erfolgen sollen. 1932 einigte man sich dann auf eine Schlusszahlung von 3 Milliarden, die aber – wie Jörn Leonhard lapidar bemerkt – «praktisch nicht mehr erfolgte».Die effektiv geleisteten Zahlungen und Warenlieferungen beliefen sich nach alliierten Berechnungen schlussendlich auf 20 Milliarden, nach deutschen Berechnungen auf 50 Milliarden Goldmark. Zur anfänglich fixierten Summe von 132 Milliarden meint Ian Kershaw: «Sie hätte im Laufe der Zeit bezahlt werden können, ohne die deutsche Wirtschaft zu ruinieren.»

Realitätsverlust in der deutschen Führung

Die Frage drängt sich auf, warum ein zwar diktierter, im Ganzen aber erträglicher Frieden in Deutschland von rechts bis links erbittert bekämpft und als «Schandfriede» verurteilt wurde. Eine Rolle spielte dabei, dass Niederlage und Friedensvertrag nach der jahrelangen Siegespropaganda, und nachdem man noch kurz zuvor Russland einen harten Frieden hatte diktieren können, schlichtweg unbegreiflich erschienen und als Schock wirkten. Dass Deutschland anfangs April 1918 in seinen letzten Offensiven im Westen 239000 Mann verloren hatte – in zwei Wochen ebensoviele wie bei Verdun in fünf Monaten –, und dass diese Lücken nicht mehr geschlossen werden konnten, während seit Juni monatlich 200000 frische amerikanische Soldaten an die Front kamen, davon hörte man zu Hause wenig.

General Ludendorff sprach noch davon, das Heer sei «im Felde unbesiegt» geblieben, als schon Hunderttausende deutscher Soldaten desertiert waren. Als sich Anfang November in Deutschland sozialistische Unruhen ausbreiteten, die Republik ausgerufen wurde und der Kaiser floh, stahl sich die Armeeführung aus der Verantwortung und schob die Schuld an der Niederlage den Aufständischen zu mit der Begründung, sie hätten das Heer rücklings erdolcht. Demokratie, Niederlage und Versailler Frieden erschienen damit nicht als Folge des militärischen Zusammenbruchs, was sie in Wirklichkeit waren, sondern als schmähliches Werk von Landesverrätern. Dass es für Deutschland eine Alternative zu dieser Verdammung des Friedensvertrags gab, zeigt die sogenannte Erfüllungspolitik des Reichskanzlers und Aussenministers Gustav Stresemann in den Jahren nach 1923. Seine Politik mit dem Ziel, auf dem Verständigungsweg eine allmähliche Revision der Friedensordnung namentlich in Deutschlands Osten zu erreichen, brachte rasche Erfolge. 1925 kam es an der Konferenz von Locarno zu einer Annäherung an Frankreich, 1926 wurde Deutschland in den Völkerbund aufgenommen, und Stresemann erhielt zusammen mit Frankreichs Aussenminister Briand den Friedensnobelpreis.

Der deutsche Historiker Hans-Ulrich Wehler zeigte später auf, warum dieser Weg überhaupt möglich war. 1987 schrieb er, dass das Reich «ungeachtet aller Bitterkeit und allen Hasses auf der Friedenskonferenz, als Staat, damit aber auch als potenzielle Grossmacht erhalten blieb. Ebenso gut hätte es wieder aufgeteilt werden können, keine deutsche Gegenmacht hätte diese hypothetische Alternative zu verhindern vermocht.» Aber das geschah nicht, weil dieser Friede im Vergleich zum Frieden, den Deutschland 1918 der jungen Sowjetunion aufzwang, kein Vernichtungsfriede war. «Im Gegenteil», schreibt Wehler. «Er fällt mild aus, auch wenn die deutsche Öffentlichkeit (...) das ‹System von Versailles›, beklagt und jäh aus aller Kriegszieleuphorie gerissen» worden sei.

Aber 1929 stirbt Streseman, in Amerika bricht die Weltwirtschaftskrise aus, viele US-Darlehen werden aus Deutschland abgezogen, und die deutsche Wirtschaft bricht ein. Jetzt schlägt die Stunde von Hitlers Nazis.

*Hinweis: Paul Rosenkranz war von 1968 bis 2002 Geschichtslehrer an der Kantonsschule Alpenquai, und nach ihrer Gründung auch an der Maturitätsschule für Erwachsene. Von 1979 bis 1985 beschrieb er im «Vaterland» in 72 monatlichen Folgen die Ereignisse der entsprechenden Monate 40 Jahre zuvor im Zweiten Weltkrieg – eine Serie, die auch als Buch erschien.

Weitere Bestimmungen des Versailler Vertrags

Territoriale: Der Frieden von Brest-Litowsk wird annulliert Verbot eines Anschlusses von Österreich an Deutschland Abtretung aller Kolonien, die als Völkerbundsmandate an England und Frankreich gehen. Für Deutschland strategisch und wirtschaftlich im Zeitalter der Entkolonialisierung kein gravierender Verlust.

Militärische: Abschaffung der Wehrpflicht und Auflösung des Generalstabs. Besetzung der linksrheinischen Gebiete durch alliierte Truppen und Bildung dreier Brückenköpfe rechts des Rheins bei Köln, Mainz und Koblenz. Aufteilung dieser Gebiete in drei Zonen, die bei Erfüllung der Vertragsbestimmungen nach fünf (Köln), zehn (Koblenz) und 15 Jahren (Mainz) geräumt werden. Entmilitarisierte Zone von 50 Kilometern rechts des Rheins Strafbestimmungen Auslieferung Wilhelms II. und anderer Personen als Kriegsverbrecher (nicht ausgeführt).

Kriegsschuldfrage: Einen expliziten Kriegsschuldartikel gibt es nicht. In Artikel 231, der die Begründung für die Reparationen liefert, heisst es aber in der französischen Originalfassung, Deutschland und seine Verbündeten seien «(...) responsables, pour les avoir causées, de toutes les pertes et de tous les dommage (...)» – also «verantwortlich für alle Verluste und Schäden», die die Alliierten infolge des Krieges erlitten haben, der ihnen durch den Angriff Deutschlands und seiner Verbündeten aufgenötigt («imposé») wurde. (pr)