Terrorwarnung
Der US-Geheimdienst hat al-Kaida-Chef al-Zawahri abgehört

Auslöser für die Terrorwarnung der USA war offenbar ein Telefonat zwischen dem Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahri und seinem Stellvertreter im Jemen gewesen sein. Das Gespräch der beiden wurden vom US-Geheimdienst abgehört.

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Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahri wurde vom US-Geheimdienst abgehört..

Al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahri wurde vom US-Geheimdienst abgehört..

Keystone

Ein Telefonat zwischen al-Kaida-Chef Ayman al-Zawahri und dem Leiter seiner Organisation im Jemen hat die USA zu dem grossen Terroralarm bewogen, wegen dem bis kommenden Samstag 19 diplomatische Vertretungen geschlossen wurden. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP und beruft sich dabei auf Informationen aus US-Geheimdienstkreisen und von einem nahöstlichen Diplomaten.

Die vor einigen Wochen abgefangene Botschaft an den Chef der al-Kaida auf der arabischen Halbinsel, Nassir al Wahischi, gerichtet und schien sich zunächst lediglich mit speziellen jemenitischen Themen zu befassen.

«Tut etwas»

Gemäss CNN soll al Sawahri am Telefon befohlen haben: «Tut etwas!» Der Sender hat diese Information nach eigenen Informationen schon am Wochenende gehabt, diese aber nicht gebracht, weil die US-Regierung aufgrund der heiklen Lage darum gebeten habe

Die Bedrohungslage wurde im Zuge der Ermittlungen auf amerikanische und andere westliche Einrichtungen ausgeweitet: Ziel eines Anschlags könnte eine einzelne Botschaft oder mehrere Vertretungen oder auch eine andere Einrichtung sein, sagten die Gewährsleute der Nachrichtenagentur. US-Kongressabgeordnete haben gesagt, die Anschlagsplanung sei in der Endphase gewesen, haben aber keine Details genannt. Der republikanische Senator und Mitglied des Geheimdienstausschusses Saxby Chambliss wiederum sagte dem Fernsehsender NBC, die vorliegenden Geheimdienstinformationen erinnerten sehr stark an das, was die USA vor den Terroranschlägen vom 11. September 2001 gesehen hätten.

US-Botschaften bleiben zu

Al-Zawahris Telefonat mit Wahischi veranlasste die USA am Sonntag zur Schliessung von fast zwei Dutzend diplomatischen Vertretungen von Mauretanien in Westafrika bis über den Nahen und Mittleren Osten nach Bangladesh und Richtung Süden bis Madagaskar. 19 Vertretungen bleiben bis kommenden Samstag geschlossen, stark befestigte Botschaften wie in Kabul und Bagdad wurden wieder geöffnet.

Jemenitische Behörden veröffentlichten unterdessen die Namen von 25 gesuchten mutmasslichen al-Kaida-Mitgliedern. Diese Verdächtigen planten in Sanaa und anderswo im Land Terrorangriffe auf «ausländische Büros und Organisationen und jemenitische Einrichtungen». Die jemenitische Regierung erhöhte am Montag die Sicherheitsmassnahmen für Regierungseinrichtungen und an Kontrollpunkten.

NSA-Datenerfassung half mit

US-Regierungsvertreter wollten nicht sagen, welcher Geheimdienst - CIA, NSA, DIA oder ein anderer - den Telefonanruf al-Zawahris entdeckt habe. Aus US-Geheimdienstkreisen verlautete aber, dass die von Geheimdienst-Enthüller Edward Snowden öffentlich gemachten Spähprogramme keine Rolle bei dem ersten Hinweis spielten. Erst als die Verschwörung aufgedeckt worden sei, konnten mit der Telefon- und Internetdatenerfassung der NSA weitere Einzelheiten ermittelt werden, hiess es weiter.

Die Schliessung der US-Vertretungen bis Samstag fällt in die Zeit des 15. Jahrestags der Anschläge auf US-Botschaften in Kenia und Tansania am 7. August 1998. Im Jemen wurden auch die deutschen und britischen Botschaften geschlossen. Norwegen schränkte den Zugang zu 15 Botschaften im Nahen Osten und Afrika ein.