Der «Wolf» kommt nach Zürich

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Jordan Belfort (54) im Jahr 2013. (Bild: Michael Loccisano/Getty)

Jordan Belfort (54) im Jahr 2013. (Bild: Michael Loccisano/Getty)

Wall Street Ausartende Partys mit Prostituierten im Grossraumbüro, endlose Drogenräusche und zweistellige Millionengewinne innerhalb einer halben Stunde – Jordan Belfort war Ende der 80er-Jahre, mit 27 Jahren, Multimillionär und Rockstar der New Yorker Börsenszene. Und Finanzbetrüger.

Mit seiner Firma Stratton Oak­mont verursachte Belfort ­einen veritablen Finanzbetrugsskandal. Mit unsauberen Aktienverkäufen und Insiderhandel bei Börsengängen verdiente er bis zu 50 Millionen US-Dollar im Jahr, der Schaden für die Tausenden Anleger wurde von der Staatsanwaltschaft auf über 200 Millionen Dollar beziffert. 1998 schloss die Börsenaufsicht Stratton Oakmont. Belfort wurde verhaftet und 2003 wegen Wertpapier­betrugs und Geldwäsche zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. Davon musste er aber nur knapp zwei Jahre absitzen, weil er gegen zahlreiche Ex-Kollegen aussagte.

Der breiten Öffentlichkeit bekannt wurde Belfort vor vier Jahren. Kultregisseur Martin Scorsese verfilmte seine Autobiografie «The Wolf Of Wall Street» mit viel Sex und Action. In der Hauptrolle hetzte und torkelte Superstar Leonardo DiCaprio durch eine vor Dekadenz nur so strotzende Finanzszene. Den Spitznamen soll sich Belfort gemäss Zeitzeugen selbst gegeben haben.

Nun kommt der heute 54-Jährige als Verkaufstrainer, Unternehmensberater und Redner erstmals in die Schweiz, nach Zürich. Am übernächsten Samstag, 13. Mai, findet in der Samsung Hall in Dübendorf ein ganztägiger Event inklusive anschliessender Party mit dem «Wolf» statt. Ziel des Anlasses: Die Teilnehmer sollen bei hohem Unterhaltungsfaktor in Belforts Verkaufsmethoden geschult werden.

«Anständige sechsstellige Gage»

Nach Zürich geholt hat den «Wolf» Benno Burkhardt. Er ist Geschäftsführer einer Eventfirma. «Jordan Belfort ist der geborene Verkäufer und meiner Meinung nach der beste Verkaufstrainer der Welt», sagt Burkhardt. Und Belfort habe die äusserst seltene Gabe, sein Wissen auch weiterzugeben, also Verkäufer zu trainieren und zu motivieren.

Er habe Belfort vor zwei Jahren an einem Anlass in Dublin erlebt, da sei ihm klar gewesen: «Den möchte ich in die Schweiz holen.» Danach habe man über ein Jahr verhandelt. Im letzten Juni sei dann der Vertrag unterschrieben worden, erzählt Burkhardt. Der Vorverkauf laufe gut, die Halle sei beinahe ausverkauft. Die Preise bewegen sich im oberen Preissegment – das günstigste Ticket kostet 197 Franken (mit Studentenrabatt 79 Franken); das teuerste 2999 Franken. In diesem VIP-Paket inbegriffen sind ein Parkplatz, ein Foto mit Belfort sowie ein Dinner mit dem «Wolf» im «Dolder Grand». Die Preise seien aber im Verhältnis zu sehen: «Wenn ich ein reguläres eintägiges Verkaufsseminar besuche, dann bezahle ich schnell einmal 1500 Franken», so Burkhardt.

Belforts Gage möchte der Eventmanager nicht verraten, nur so viel: «Es ist ein anständiger sechsstelliger Betrag.»

 

Livio Brandenberg

livio.brandenberg@luzernerzeitung.ch

Hinweis

Tickets für den Event wie auch für die Party finden Sie unter: www.ticketcorner.ch