Deutscher Aussenpolitiker Röttgen will überraschend CDU-Chef werden 

Er ist der vierte Mann aus Nordrhein-Westfalen, der sich für den Vorsitz der deutschen CDU interessiert. Norbert Röttgen wurde einst von Kanzlerin Merkel aus dem Kabinett geworfen und sieht nun eine neue Aufstiegschance.

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Norbert Röttgen (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages, spricht im Bundestag während der Debatte über den Haushalt des Auswärtigen Amtes.

Norbert Röttgen (CDU), Mitglied des Deutschen Bundestages, spricht im Bundestag während der Debatte über den Haushalt des Auswärtigen Amtes.

Keystone

(dpa) Der frühere deutsche Umweltminister und heutige Aussenpolitiker Norbert Röttgen will neuer CDU-Vorsitzender werden.

Der 54-Jährige habe seine Kandidatur in einem Schreiben an die scheidende Parteichefin Annegret Kramp-Karrenbauer angekündigt, berichtete die «Rheinische Post» aus Düsseldorf am Dienstag. Röttgen sagte auch der Deutschen Presse-Agentur, dass er sich bewerbe.

Er ist damit der erste, der eine Kandidatur offiziell ankündigt. Röttgen stammt wie die anderen voraussichtlichen Bewerber Friedrich Merz, Armin Laschet und Jens Spahn aus Nordrhein-Westfalen.

Er sei der festen Überzeugung, dass es um weit mehr gehe als den Parteivorsitz und schon gar nicht um die Interessen Einzelner, schreibt Röttgen laut «Rheinischer Post». «Die Lage ist so ernst, dass es um die Zukunft der CDU geht und darum, was sie für die Stabilität Deutschlands bedeutet.» Dies wolle er in einem offenen Prozess in die CDU einbringen.

Röttgen war von 2009 bis 2012 Umweltminister und setzte sich 2010 in einer Mitgliederbefragung um den Landesvorsitz in Nordrhein-Westfalen gegen Laschet durch. Die Landtagswahl 2012 verlor er, woraufhin Bundeskanzlerin Angela Merkel ihn aus dem Kabinett entliess. Als Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses des Bundestages konnte er sich danach international neu profilieren.