DEUTSCHLAND: Fall Münster: Was wir bislang wissen

Ein Mann rast am Samstagnachmittag mit einem Kleintransporters in Münster in die Menschenmenge. Die Tat wirft unzählige Fragen auf. Auf einige gibt es erste Antworten.

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Die Polizei sichert den Tatort im Zentrum von Münster ab, wo der Wagen in eine Menschengruppe hinein fuhr. (Bild: Keystone)

Die Polizei sichert den Tatort im Zentrum von Münster ab, wo der Wagen in eine Menschengruppe hinein fuhr. (Bild: Keystone)

Was genau hat sich am Samstagnachmittag abgespielt?

Gegen halb vier am Samstagnachmittag raste in Münster ein Kleinbus in eine Menschenmenge, die vor einem Restaurant sass. Die Polizei hat den Tatort grossräumig abgesperrt und die Bewohner aufgerufen, keine Bilder davon ins Netz zu stellen sowie Gerüchte zu streuen.


Wie viele Opfer sind zu beklagen?

Offiziellen Angaben zu Folge sind mehrere Tote und Verletzte zu beklagen. Die deutsche Bild-Zeitung spricht von zwei Toten und 20 Verletzten, der Spiegel von drei Toten. Die «Westfälischen Nachrichten» berichten unter Berufung auf Herbert Reul, Innenminister von Nordrhein-Westfalen, dass es sich um zwei Angestellte des Lokals sowie den Täter handelt. Letzteres soll sich im Fahrzeug erschossen haben.

Wie ist der Zustand der Verletzten?

Wirklich verlässliche Angaben dazu gibt es derzeit nicht. Laut der deutschen Zeitung «Die Welt» wurden sechs der bis zu 30 Verletzten schwer verwundet, einige von ihnen schweben in Lebensgefahr. Die Spitäler in Münster haben kurz nach dem Anschlag den Krisenfall ausgerufen. Innerhalb kurzer Zeit wurden 250 zusätzliche Mitarbeiter aufgeboten. Vor der Uniklinik in Münster bildete sich am frühen Abend eine lange Wartschlange von Leuten, die Blut spenden wollten.

Wer steckt hinter der Tat?

Laut mehreren Medienberichten soll es sich bei dem Täter um einen 48-jährigen Deutschen handeln, der unter psychischen Störungen litt. Vorstrafen liegen offenbar keine vor, aber er ist in der Vergangenheit psychisch auffällig gewesen. Der mutmassliche Täter war Grafidesigner. Die Polizei durchsuchte noch am Samstag seine Wohnung in Münster. Nach einem Bericht der «Süddeutschen Zeitung» wurde in der Wohnung des mutmasslichen Täters auch nach Sprengstoff gesucht. Dafür gibt es aber noch keine offizielle Bestätigung.

Handelt es sich um einen terroristischen Anschlag?

Dies musste zuerst befürchtet werden. Doch mittlerweile kann dies immer mehr ausgeschlossen werden. Herbert Reul (CDU), Innenminister von Nordrhein-Westfalen sagte laut dem deutschen Magazin «Der Spiegel», es spreche derzeit nichts für einen islamistischen Hintergrund.

Zusammenstellung: bu

Journalisten und Kameraleute am Tatort. (Bild: EPA/Sascha Steinbach)

Journalisten und Kameraleute am Tatort. (Bild: EPA/Sascha Steinbach)

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) gibt eine Pressekonferenz zur Tragödie in der Innenstadt von Münster. (Bild: Friso Gentsch/DPA)

Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul (CDU) gibt eine Pressekonferenz zur Tragödie in der Innenstadt von Münster. (Bild: Friso Gentsch/DPA)